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Das Sechs-Tage-Dogma

  • Andreas Stipsits
  • 17. Jan.
  • 73 Min. Lesezeit

Aktualisiert: vor 5 Tagen

Frage: Müssen wir als Getaufte daran glauben, dass Gott die Welt erschaffen hat?

Antwort: Ja.


Frage: Wie ist das mit den sechs Tagen vom Buch Genesis? Muss ich glauben, dass Gott alles in diesen sechs Tagen erschaffen hat?

Antwort: Sie findet sich womöglich in diesem Artikel.


Warum schreibe ich hier einen zweiten Artikel zu den sechs Tagen von Genesis 1? (Link zum 1. Artikel: Schöpfungsbericht)


Einleitung


In den letzten Jahren durfte ich viele Glaubensgespräche über die Schöpfung führen. Immer wieder begegnen mir verletzte und von den Irrlehren verwirrte Menschen. Gerade wenn ich dann versuche die Lehre der Kirche zu erklären, werden diese Verwundungen offenbar und sind nicht leicht zu behandeln. Viele Gläubige unserer Zeit haben leider nie einen Zugang zum reichen Schatz der Tradition der Kirche bekommen – auf dessen Inhalt die Taufe verpflichtet – und glauben nicht mehr richtig, weil sie keiner entsprechend gelehrt hat. Wie Schafe ohne Hirten, diese Erfahrung machte schon Jesus. Daher habe ich mich entschlossen, das reichhaltige Wissen aus der Überlieferung hier zur Verfügung zu stellen, damit jeder die Wahrheit über die Erschaffung in sechs Tagen selbst nachlesen kann.


Manche sagen, dass diese Thematik ein Nebengleis sei, und ich womöglich meine Kraft vergeude, aber das sehe ich nicht so und möchte erklären warum. Betrachten wir einmal eine Brücke, die zwei Berge miteinander verbindet und darunter ein tiefes Tal liegt. Wie wichtig sind die Fundamente an beiden Seiten, an denen die Brücke befestigt ist? Sollten sie gut gebaut sein, oder nur filigran? Die Sicherheit der Menschen, die über diese Brücke gehen, wird davon abhängen. Wenn nun unser Leben mehr als diese Brücke ist, dann ist da nicht nur ein tiefes Tal, sondern der Abgrund der Verlorenheit der Menschheit im Vergleich zur glückseligen Ewigkeit! Die Sicherheit muss unvergleichlich größer sein, als bei einer irdischen Brücke! Daher sollten die Fundamente so gut wie möglich gebaut werden - und diese beiden Fundamente sind die Schöpfung und die Erlösung. Wenn ich die Schöpfung schon nicht glaube und verstehe, werde ich auch die Erlösung nicht verstehen und glauben können. Und das sehen wir in der Kirche. Wir beschäftigen uns kirchlich mit dem Geländer der Brücke, mit Straßenmarkierungen darauf usw. aber nicht mit den desolaten Fundamenten. Der heutige Unglaube ist ein Zeichen dafür, dass die Fundamente nicht gehalten haben und die Brücke bei vielen eingestürzt ist. Wir müssen die Fundamente neu bauen! Denn wenn ich den Anfang der sechs Tage nicht glaube, dann war auch die Erbsünde am siebten Tag im Paradies kein reales Geschehen und wenn an diesem Tag keine Erbsünde stattfand, dann brauche ich auch keine Erlösung davon und schon gar keinen Jesus der am Kreuz für mich sterben muss. ALLES vom Glauben an Jesus hängt an Genesis 1 und wie wir den Anfang verstehen. Bevor wir erlöst wurden, wurden wir erschaffen, daher müssen wir zuerst verstehen wie wir erschaffen wurden, bevor wir verstehen können wie wir erlöst wurden. Davon bin ich überzeugt und daher will ich dieses Wissen so gut als möglich weitergeben, weil ich aus eigener schmerzhafter Erfahrung weiß, was es mit mir selbst gemacht hat in der Zeit meines Unglaubens und wie sehr sich mein Leben verbesserte, als ich zum Glauben kam, dass das Buch Genesis ein realer Geschichtsbericht ist. Natürlich nicht im rein naturwissenschaftlichen Sinn, sondern als Glaubenswahrheit, denn niemand von der Menschheit war dabei und könnte es bezeugen, oder mit Messungen beweisbar machen.


Kann man im Verständnis über die Erschaffung sündigen?


Warum ist es Sünde andere Meinungen zur Schöpfung zu glauben? Sünde bezeichnet ja eine Trennung. Wenn man nun anders glaubt als die Kirche immer, überall und allen verkündet hat, dann ist diese Trennung davon eben Sünde. Zu beachten ist dabei der zeitliche Aspekt der Kirche: immer. Nicht das ist der Glaube, was nur heutzutage in einer modernen, der Zeit angepassen Kirche alles mögliche geglaubt wird. Der Glaube der Kirche ändert sich nicht, weil er in der Wahrheit gründet. Verlässt jemand die Warhheit, so verlässt er geistig auch die Kirche. Wenn getaufte Menschen ihren Glauben ändern, aber dennoch in der Kirche aktiv bleiben, hört das trotzdem auf wahrer Glaube zu sein. Wenn sich eine einzige Lüge in die Lehre hineinmischt, dann korrumpiert diese die ganze Tugend des Glaubens, so sagt der hl. Thomas von Aquin. Des Menschen Glaube wird ab diesem Zeitpunkt nur mehr zu eine Meinung, die sich dann ständig ändern kann, da er bereits den festen Grund des wahren Glaubens verlassen hat. Das Wesen von Meinungen ist, dass sie sich verändern können, irren, oder sogar gegensätzlich oder widersprüchlich sein können. Wahrheit ist das alles nicht.

Ein schöner Vergleich mit einem weißen Blatt Papier macht das sehr anschaulich:

Wenn ich ein zweites weißes Blatt Papier nehme und einen einzigen kleinen schwarzen Punkt darauf zeichne, dann macht das einen gewaltigen Unterschied. Denn nun sind diese zwei weißen Blätter Papier nicht mehr gleich. Auch wenn der Punkt noch so klein ist, das eine ist ein rein weißes Blatt Papier und das zweite ist ein weißes Blatt Papier mit einem schwarzen Punkt darauf. Auch wenn vieles am zweien Blatt Papier noch immer weiß ist, es ist nicht mehr das gleiche. Es hört auf das gleiche Blatt Papier zu sein.

Das meint hier Thomas, dass eine kleine Lüge den ganzen Glauben korrumpiert. Der Glaube eines Menschen hört auf wahrer Glaube zu sein, wenn ein "kleiner schwarzer Punkt" des Unglaubens hineinkommt. Dann ist es nicht mehr der gleiche Glaube der einen, heiligen, katholischen und apostolischen Kirche. Diese ist eben das weiße Blatt Papier und nichts anderes. Alle anderen Formen von weißen Papier mit Punkten sind eben Meinungen, die nicht der Lehre entsprechen und auch nicht im Gnadenstrom der Kirche enthalten sind und diesen fördern.

Mit einer eigenen Meinung über die Schöpfung, außerhalb der katholisch legitimen Freiheit der Interpretation, trennt man sich wesentlich von dem was in der Kirche immer gelaubt wurde und deshalb ist es formal eine Sünde (Trennung). Solche Menschen stehen dann nicht mehr der Einheit der Kirche, selbst wenn sie es sich einbilden gute "Kirchgänger" zu sein. Aber hier kann vielen Gläubigen kein Vorwurf gemacht werden. Von wem haben sie denn den Unglauben? Das Wissen über den wahren Glauben hatten und haben heute nicht mehr viele Priester und Hirten der Kirche. Sie können dann auch kein Glaubenswissen weitergeben, da sie in ihrer Ausbildung, oder im Studium, meist nur theologische Bücher ab 1960 zu lesen bekamen, die den überlieferten Glauben zerstörten. Es scheint so, dass die Kirche in den 60er-Jahren neu erfunden wurde.


Der Begriff "Tradition"


Bevor ich weiterschreibe, möchte ich klarstellen, was ich unter Tradition in der Kirche verstehe, weil dieser Begriff von vielen missverstanden wird. Heute wird das Wort „Tradition“ oftmals nur mit „Brauchtum“ verstanden, was falsch ist. Tradition kommt vom lateinischen Wort „trado“, was man auch übersetzen kann mit

übergeben, anvertrauen, überliefern, erzählen, mitteilen, berichten, lehren.

Somit schließt der Begriff natürlich auch ein Brauchtum mit ein, das man übergeben und weitergeben kann. Im Katholischen Verständnis meint das Wort Tradition besonders die Überlieferung der Wahrheit in Jesus Christus - also vor allem das LEHREN. Das ist kein Brauchtum, es ist der Anspruch einer Lehre, die die Wahrheit ist. Diese kann keinem Wechsel der Zeit unterworfen sein, wie eine Meinung die man wechseln könnte. Jesus ist die Wahrheit, das Gesetz in Person, wenn man es so ausdrücken will. Er ist immer Gott, Mensch, geboren von Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, auferstanden …


Ah, vielleicht leuchtet es jetzt schon ein: Tradition ist das Glaubensbekenntnis. - Bingo!


Tradition ist die Heilige Messe, wie sie die Apostel verstanden, gelebt und gelehrt haben. - Bingo!


Tradition ist also alles, was uns die Apostel über die Wahrheit, die in Jesus Christus letztgültig ausgesprochen geworden ist, überliefert (tradiert) und damit gelehrt haben.


Natürlich gehört auch das Brauchtum zu einer Form der Überlieferung innerhalb der Kirche. Beispielsweise der Christbaum: Es gibt in unseren Gegenden den Brauch – die Tradition –, zu Weihnachten einen Tannenbaum im Haus aufzustellen. Nur der Unterschied zum wahren Traditionsbegriff der Kirche ist: Dieser Brauch war nicht immer so, er geht nicht auf die Apostel zurück. Bräuche sind nicht absolut, wie es die Wahrheit ist, sondern veränderbar. In anderen Gegenden der Welt, wo auch Katholiken leben, gibt es keinen Christbaum zu Weihnachten, und doch glauben sie dasselbe wie wir: dass Christus in Betlehem geboren wurde. Tradition ist also im Katholischen Sinne nicht der Christbaum, sondern die Geburt Christi. Die Bräuche, die diese Tradition ausgedrücken, können sich ändern und sie können zu Recht in verschiedenen Kulturen anders aussehen, aber die Wahrheit der Geburt Christi niemals. Vielleicht sollten wir zum Brauchtum wircklich Brauchtum sagen und zur überlieferten Wahrheit Tradition, das könnte Licht in die Sache bringen.


Das bedeutet, wir müssen beim Wort Tradition unterschieden zwischen überlieferten Glaubenswahrheiten und überlieferten Gewohnheiten (Bräuchen), die den Glauben auszudrücken. Und genau hier ist meiner Meinung nach der Fehler, der in den 60er Jahren passiert sein könnte: Man hat das Kind mit dem Bade ausgeschüttet und nicht nur das Brauchtum geändert, oder verlassen, sondern auch die Überlieferung der Wahrheit! Traurig, aber wahr, und heute haben wir die Früchte davon.


Aus diesem Grund müssen wir uns wieder neu auf die Tradition – die Überlieferung – der Apostel und Kirchenväter, des gleichbleibenden katholischen Lehramtes durch die Jahrhunderte besinnen. Auf die eine Wahrheit, die immer, überall und von allen geglaubt wurde! Und was ist das erste in der Tradition?


Der 1. Artikel des Glaubensbekenntnisses betrifft weder Jesus, noch die Erlösung, sondern:


„Ich glaube an Gott, den Vater, den Schöpfer des Himmels und der Erde“


Bei der Taufe werden die Bewerber als ERSTES über diese Glaubenswahrheit gefragt!

Weil mich die Realität interessiert, fragte ich was die heutigen Menschen - die schon getauft sind wohlgemerkt - antworten...

Hier ein paar reale (!) Antworten, die mir gegeben wurden:


„Ich glaube, dass die Welt schon immer da war.“

„Ich glaube, dass es auch andere Universen gerade geben kann.“ (Multiversentheorie)

„Ich glaube, dass sich das Universum wieder zusammenzieht und dann neu explodieren wird.“ (oszillierendes Universum)


Das alles sind Sünden gegen den ersten Glaubensartikel, da wir als Getaufte die Gnade empfangen haben, Gott als unseren Schöpfer zu bekennen, der unsere Welt aus dem Nichts erschaffen hat. Wenn wir als Getaufte diesen Glauben für andere Meinungen verlassen, dann verlieren wir sofort die Taufgnade, weil der Unglaube in diesem Bereich eine schwere Materie ist, da sie das erste Gebot betrifft - das wichtigste! Eine eigene Meinung in diesem Punkt trennt dann sofort von der Wahrheit, die Gott ist.


Und mir begegnen auch Gläubige (ich war früher einer davon), die antworten, dass Gott der Schöpfer ist, aber...


„Es hat halt Milliarden von Jahren gedauert, bis der Mensch entstanden ist.“

„Die Welt ist nicht nur in sechs Tagen entstanden.“

„Das Leben hat sich eben langsam von selbst entwickelt.“

„Gott hat die Natur gemacht, aber dann hat sich in der Natur alles von selbst entwickelt.“


Und das ist ebenso Sünde wie die vorigen Beispiele, weil es ebenso den Glauben an das erste Gebot verletzt. Auch wenn es nicht dieselbe Schwere ist, so ist es doch eine Korrumpierung des Glaubens, wie der Hl. Thomas sagte. Das weiß ich aus eigener Erfahrung! Mein Glaube konnte nicht gesund weiter wachsen, da er bereits nicht mehr intakt war, als ich früher mich weigerte zu glauben, dass die Welt in nur sechs Tage erschaffen sei. Ich weigerte mich solange, bis ich eines Tages Gott fragte, was wirklich die Wahrheit ist. Ich machte einen kleinen Spalt in meinem Herzen auf und sofort kam die Gnade und Antwort! Und Seine Antwort hat mich bekehrt, nicht meine eigenen logischen Schlüsse. Die Bekehrung zur Wahrheit und die sakramentale Vergebung in der Beichte löste dann diesen Stoppel in meiner Seele und die Gnade konnte in reichem Maß meine Tugend des Glaubens wiederherstellen und vermehren.


Gott hat uns nicht zur Belustigung oder zum Diskutieren offenbart, in welchem Zeitraum und in welcher Reihenfolge Er die Welt erschaffen hat. Es wurde zu unserem Heil geoffenbart! Denn Gott sah, dass wir dieses Wissen brauchen und wollte uns davon freiwillig mitteilen. Und genau das wurde immer weiter überliefert und berichtet, um auf die Erlösung vorzubereiten. Ohne richtiges Schöpfungsverständnis wusste Gott, das wir Seine Erlösung nicht verstehen würden. Jede Wissenschaft die nicht auf diesem überlieferten Glauben gründet, sondern die Wahrheit in rein naturwissenschaftlichen Tehorien sucht, wird Lügen über den Anfang der Welt hervorbringen, weil der Samen über den Baum und deren Früchten bestimmt. Wie Jesus sagt, dass man keine Feigen von Disteln ernten kann. Wir können heute in der Kirche nicht Glauben von den (jungen) Menschen erwarten, wenn wir Meinungen von Naturwissenschaftlern in die Glaubenslehre aufnehmen, die die geoffenbarte Wahrheit ablehnen und ihr Grenzen des Fachgebietes überschreiten. Die Wirkungen der ungläubigen Wissenschaftler sehen wir heute in der ganzen Kirche verbreitet und besonders in den Kindern und Jugendlichen. Sie sind diesen Meinungen schutzlos ausgesetzt und können nicht entfliehen. Diese Kleinen haben niemanden mehr, der sie noch die Wahrheit über den Anfang lehrt, wie ihn Gott uns lehren möchte. Dazu soll dieser Artikel eine Hilfe und Reflexion sein, um selbst im Glauben zu wachsen. Weiters soll er eine Quelle darstellen, wo Zitate und Informationen nachlesbar sind, was die Kirche immer gelehrt hat. Auch wenn ich weiß, dass diese Auszüge nur Auszüge sind, kann jeder den zitierten Quellen nachgehen und weiterforschen.


1. Die Heiligen Väter


Die Wahrheit über das rechte Verständnis der Worte der Bibel ist immer eine Aufgabe der Kirche und angesichts der Zeit eine herausfordernde. Auch wenn die Wahrheit immer dieselbe „gestern und heute und in Ewigkeit“ (Hebr 13,8) ist, weil ihr Wesen Unveränderlichkeit ist, gibt es auch zeitbedingte Aussagen in der Heiligen Schrift.


Der Heilige Bischof Hilarius erklärt, dass er sich in Ehrfurcht zurückhält,

...„damit ich ihre Worte [der Bibel] nicht anders verstehe, als sie gesagt sind“. (Buch über die Dreifaltigkeit)

Wie wir die Bibel, und damit Genesis 1, richtig verstehen können, ist der Hinweis schon in der Schrift enthalten, wenn es heißt:

„Bedenkt eure Vorsteher, die euch das Wort Gottes verkündet haben! … Ahmt ihren Glauben nach!“ (Hebr 13,7)

Demnach sind die Vorsteher – die Kirchenväter – ein essenzielles Element im Verständnis der Heiligen Schrift, die niemals irren kann, weil Gott ihr Autor ist (vgl. KKK 105):

„Die Heiligen Väter [Kirchenväter], so sagen wir, haben höchste Autorität, wenn sie alle einen Text der Bibel, der die Glaubenslehre oder die Sittenlehre betrifft, auf ein und dieselbe Weise interpretieren; denn ihre Einstimmigkeit beweist eindeutig, dass dieses Verständnis von den Aposteln als Teil des katholischen Glaubens überliefert wurde.“ (Providentissimus Deus, Nr. 14)

Die Einstimmigkeit in einem Thema ist ein überprüfbares Zeichen, dass diese Wahrheit auf Jesus Christus zurückgeht und darum niemals einer Änderung unterworfen sein kann. Daher unterscheidet sich die Wahrheit durch einen Konsens der Kirchenväter von jeder persönlichen Meinung eines Theologen, Exegeten oder Naturwissenschaftlers. Wahrheit ist immer gültig und daher ein Dogma, das nicht dem Wandel der Meinungen unterworfen ist – egal wie professionell sie gestaltet, oder medial/gesellschaftlich zwingend sie erscheinen mögen.


Das Dogma der Schöpfung aus Gott ist unbestritten, doch wie sieht es mit den sechs Tagen aus?


Im folgenden möchte ich die Kirchenväter zu den sechs Tagen zu Wort kommen lassen.


Der Barnabasbrief (ca. 100 n. Chr.):

„Den Sabbat erwähnt er am Anfang der Schöpfung: „Und der Herr schuf in sechs Tagen die Werke seiner Hände merket auf Kinder, was bedeutet das „in sechs Tagen vollendete er sie“. Also Kinder, in sechs Tagen, (das heißt) in sechstausend Jahren wird alles vollendet sein.“ (Kap. 15)

Dieser ganz frühe Brief, der auf den apostolischen Vater Barnabas zurückgeht, der womöglich noch zur Zeit Jesu gelebt hat, belegt diese Überlieferung wörtlich, dass Gott die Welt in sechs Tagen erschuf. Der nachfolgende allegorische Vergleich auf die sechstausend Jahre der Vollendung setzt die Historizität von sechs Tagen der Erschaffung voraus. Hier sehen wir schon am Beginn der ganzen Kirche wie die Apostel diese Lehre von Vergangenem: sechs Tage und von Zukünftigem: 6000 Jahre lehrten.


Theophilus von Antiochien (ca. 183 n. Chr.)


Schrift: Schreiben an Autolykus (Ad Autolycum)


„Die Erzählung und den Hergang dieses Sechstagewerkes“… (II. Buch, Kap. 12) Und Gott nannte das Licht Tag, die Finsternis aber Nacht. Der Mensch nämlich hätte ja das Licht nicht Tag und die Finsternis Nacht, ebensowenig die übrigen Dinge benennen können, wenn er nicht die Benennung von Gott, dem Schöpfer derselben, überkommen hätte.“ (II. Buch, Kap. 13) Am vierten Tage wurden die Lichter (am Himmel) erschaffen.“ (II: Buch, Kap. 14)

Der Kirchenvater Theophilus versteht den Schöpfungsbericht als tatsächliches Ereignis, sodass unsere Benennung von Tag vom Ursprung herrührt: Gott gab diesen Begriff und lehrte ihn. Er definierte den Tag mit einer festen Zeitspanne und nicht die Schöpfung, oder der Mensch. Weiters lesen wir, dass er in seiner Schrift von realen Tagen mit realen Geschehnissen spricht. In den weiteren Kapiteln spricht Theophilus weiterhin vom herkömmlichen Verständnis realer Tage. Gegen Ende des dritten Buches gibt er eine Chronologie über das Erdzeitalter, die implizit die ersten sechs Tage als real stattgefundene Tage mitrechnet:

„Von der Erschaffung der Welt an aber wird die Gesamtzeit in Kürze so berechnet. Von der Erschaffung der Welt bis zur Sintflut waren 2242 Jahre. Von der Sintflut bis zur Zeugung eines Sohnes durch Abraham, unsern Urvater, 1036 Jahre. Von Isaak, dem Sohne Abrahams, bis zum Aufenthalte des Volkes in der Wüste unter Moses 660 Jahre. Vom Tode des Moses und dem Regierungsantritte Jesus’ des Sohnes Naves, bis zum Tode unseres Stammvaters David 498 Jahre. Vom Tode Davids und der Regierung Salomons bis zum babylonischen Exil 518 Jahre 6 Monate 10 Tage. Vom Regierungsantritt des Cyrus bis zum Tode des Kaisers Aurelius Verus 741 Jahre. In Summe werden von der Erschaffung der Welt an gezählt im Ganzen 5695 Jahre und die nebenher laufenden Monate und Tage.“ (III. Buch, Kap. 28)

Auch hier werden wir noch sehen, wie viele Kirchenväter eine Erdgeschichte vorlegen und nirgends findet sich ein anderes Verständnis vom Erdzeitalter.


Irenäus von Lyon (ca. 180 n. Chr.)


Schrift: Gegen die Häresien (Contra Haereses)

„Und vollendet wurden Himmel und Erde und all ihr Schmuck. Und es vollendete Gott am sechsten Tage alle seine Werke, die er gemacht hat, und am siebenten Tage ruhte er von allen seinen Werken, die er gemacht hatte“. Das ist eine Erzählung des Geschehenen und eine Prophetie des Zukünftigen. Wenn nämlich die Tage des Herrn wie tausend Jahre sind, die Schöpfung aber in sechs Tagen vollzogen ist, dann ist offenbar auch ihre Vollendung das Jahr 6000.“ (V. Buch, Kap. 28, 3)

Irenäus nimmt als Basis die sechs Tage, um daraus eine Prophetie für das Zukünftige zu entwickeln. Er spricht ausdrücklich von einer „Erzählung des Geschehenen“ und belegt damit, dass die Schöpfung eine Dauer von sechs realen Tagen hatte. Das ist ein geschichtliches Ereignis, kein Symbol. Hier kann man weiters erkennen, dass Irenäus die zitierte Stelle im zweiten Petrusbrief (vgl. 2 Petr 3,8) der tausend Jahren nicht auf die ersten sechs Tage, sondern auf die Vollendung der Welt hin interpretierte. Übrigens genauso, wie das der Apostel Barnabas getan hat. So sehen wir jetzt schon, wie die Väter die Apostel und ihre Briefe verstanden haben. Der Kontext des Petrusbriefes wird somit genau beachtet und nicht anachronistisch mit den ersten sechs Tagen vermischt, wie das heute die Modernisten zu tun pflegen, die keine Ahnung von der Tradition mehr haben. Denn die Schrift ist nicht anders zu verstehen, als sie geschrieben ist, wie das schon der Hl. Hilarius sagte.


Hippolyt von Rom (ca. 225 n. Chr. )


Schrift: Widerlegung aller Häresien (Refutatio omnium haeresium)

„In sechs Tagen war die Welt geschaffen, und am siebenten ward geruht.“ (IV. Buch, Kap. 48) „Die Welt wurde also, wie Moses sagt, in sechs Tagen gemacht“ (VIII. Buch, Kap. 14) „Moses sagt nun, die Welt sei in sechs Tagen gemacht worden“ (X. Buch, Kap. 17)

Diese Zitate von Hippolyt sind besonders wichtig im Verständnis. Denn diese Schrift berichtet über die Irrlehen. Die Zitate sind nicht seine Aussagen, sondern Zitate von den Häretikern.  Dieses schriftliche Zeugnis ist deswegen so bemerkenswert, weil Hippolyt genau aufzeigt worin andere Menschen sich im Glauben irren. Aber bei den sechs Tagen hat er nicht ein einziges Mal gesagt, dass dies eine Irrlehre wäre. Damit bestätigt er, dass die historischen Tage gerade keine Häresie sind, sondern authentische Auslegung und die Häretiker mit in diesem Punkt sogar richtig liegen.


Weiters spricht Hippolyt, genauso wie schon Irenäus, in der prophetischen Dimension über das Kommen Christi im Jahr 6.000, wie seine Auslegung zum Buch Daniel (Commentarii in Danielem) bezeugt, was wiederum die historischen ersten sechs Tage, als wahrhaftige Tage charakterisiert:

„Denn wenn man die Zeit seit der Erschaffung der Welt und seit Adam berechnet, wird uns, die wir nach einer Antwort suchen, diese Frage ganz klar beantwortet. Denn das erste Erscheinen unseres Herrn im Fleisch, als er in Bethlehem geboren wurde, war am Mittwoch, dem 25. Dezember, als Augustus in seinem zweiundvierzigsten Lebensjahr war, aber seit Adam waren es fünftausendfünfhundert Jahre. Er litt im dreiunddreißigsten Jahr, am Freitag, dem 25. März, im achtzehnten Jahr des Tiberius Caesar, während Rufus und Roubellion Konsuln waren. Und so ist es absolut notwendig, dass sechstausend Jahre erfüllt werden, damit die Sabbatruhe kommen kann, der heilige Tag, an dem Gott von all seinen Werken ruhte, die er zu tun begonnen hatte. Der Sabbat ist ein Vorbild und ein Bild für das kommende Reich der Heiligen, wenn die Heiligen mit Christus regieren werden, wenn er vom Himmel kommt, wie auch Johannes in seiner Apokalypse beschreibt. Denn ein Tag des Herrn ist wie tausend Jahre. Und da Gott in sechs Tagen alle Dinge geschaffen hat, müssen sechstausend Jahre erfüllt sein.“ (IV. Buch, Kap. 23)

Wiederum bestätigt Hippolyt die einheitliche Auslegung der Väter des bereits oben erwähnten zweiten Petrusbriefes über die tausend Jahre. Damit sehen wir eine möglich gleichbleibende Lehre und wie der Petrusbrief im Zusammenhang mit der Genesis zu verstanden werden kann.


Athanasius v. Alexandrien (ca. 340 n. Chr.)


Erklärung zu den Psalmen (Expositiones in Psalmos)

„Und er lobt Gott siebenmal, indem er über die Welt sich erhebt. Denn er überragt die Welt, die in sechs Tagen geschaffen wurde.“ (Psalm 118, V154)

Der wegen seines treuen Glaubens oft ins Exil geschickte Bischof Athansius erklärt ebenfalls zu den Psalmen, die über das Lob Gottes künden, dass die sechs Tage ein gebührendes Gotteslob sind. Und wie könnten die Väter Gott mit einer Lüge oder bloßen Meinung, die sich ändern kann, gebührend danken? Nur die Wahrheit ist Gott gebührend und die ist Sein Wort.


Ephraim der Syrer (ca. 350 n. Chr.)


Schrift: Kommentar zur Genesis (In Genesim et in Exodum Commentarii)

„Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde, das heißt die Substanz des Himmels und die Substanz der Erde. Niemand soll also glauben, dass die Worte der sechs Tage allegorisch zu verstehen sind. Niemand kann zu Recht sagen, dass die Dinge, die sich auf diese Tage beziehen, symbolisch waren, noch kann man sagen, dass es sich um bedeutungslose Namen handelte oder dass andere Dinge durch ihre Namen für uns symbolisiert wurden. Vielmehr sollten wir wissen, auf welche Weise Himmel und Erde am Anfang geschaffen wurden. Es waren wirklich Himmel und Erde. Es gab nichts anderes, was mit den Namen „Himmel” und „Erde” bezeichnet wurde.“ (I. Teil, Punkt 1)

Je weiter die Überlieferung voranschreitet umso weiter wird auch differenziert zwischen geschichtlichem und nur symbolischen Verständnis. Warum das nun auftritt und schriftlich fassbar ist, könnte an Origines liegen, der die Schrift in manchen Bereichen nur mehr allegorisch versteht. Hier haben sich die anderen Väter, wie wohl auch Ehpraim, gewehrt indem sie den Pflock des Glaubens einschlugen mit ihren Schriften erklärten, dass die sechs Tage keine Allegorie, oder NUR symbolisch seien, sondern im wirklich stattgefundene Ereignisse waren. Aber zu betonen ist hier, dass Genesis kein rein historischer Bericht ist. Natürlich kann der Bericht symbolisch gedeutet werden, seine Grundlage bleibt aber ein historisches Ereignis der Erschaffung durch Gott. Weiter:

... „alles, was geschaffen wurde, wurde in diesen sechs Tagen geschaffen. ... Es war notwendig, dass alles seinen Ursprung in diesen sechs Tagen hatte.“ ((I. Teil, Punkt 5) „Nachdem eine Nacht und ein Tag vergangen waren, wurde am zweiten Abend das Firmament geschaffen, und fortan spendete sein Schatten allen folgenden Nächten Schatten. Daher wurden Himmel und Erde am Abend der ersten Nacht erschaffen. Zusammen mit dem Abgrund, der erschaffen wurde, wurden auch jene Wolken erschaffen, die, als sie sich ausbreiteten, die erforderliche Nacht herbeiführten. Nachdem ihr Schatten zwölf Stunden lang gedient hatte, wurde unter ihnen Licht erschaffen, und das Licht zerstreute ihren Schatten, der sich die ganze Nacht über die Wasser ausgebreitet hatte.“ ((I. Teil, Punkt 6) „Nachdem [Moses] vom Himmel und von der Erde, von der Dunkelheit, dem Abgrund und dem Wind gesprochen hatte, die zu Beginn der ersten Nacht entstanden waren, wandte er sich dem Licht zu, das im Morgengrauen des ersten Tages entstanden war. Am Ende der zwölf Stunden dieser Nacht wurde das Licht zwischen den Wolken und den Wassern geschaffen, und es vertrieb den Schatten der Wolken, die die Wasser überschatteten und sie dunkel machten. Denn Nisan war der erste Monat; in ihm waren die Stunden des Tages und der Nacht gleich lang.“ (I. Teil, Punkt 8) „Das Licht blieb zwölf Stunden lang bestehen, damit jeder Tag seine eigenen Stunden erhalten konnte, so wie auch die Dunkelheit eine bestimmte Zeitdauer erhalten hatte. Obwohl das Licht und die Wolken im Handumdrehen erschaffen wurden, dauerten der Tag und die Nacht des ersten Tages jeweils zwölf Stunden.“ ((I. Teil, Punkt 8)

Demnach ist nach Ephraim das Zeitmaß eines Tages und einer Nacht schon am Anfang klar bestimmt gewesen.


Hl. Cyrill von Jerusalem (ca. 360 n. Chr.)


Schrift: Katechesen an die Täuflinge (Procatechesis et Catecheses ad illuminandos)


Schon der Titel der Katechese ist eine Aussage: „Vor dem ganzen Sechstagewerk“ (III. Katechese, Nr. 5)

„Willst du nun nach dem Grunde für die Menschwerdung Christi forschen, dann greife zurück zum ersten Buch der Schrift! In sechs Tagen hat Gott die Welt erschaffen, die Welt aber ist geworden des Menschen wegen. Die Sonne, leuchtend in glänzendsten Strahlen, wurde erschaffen, um uns zu scheinen. Alle Tiere wurden ins Leben gerufen, um uns zu dienen. Pflanzen und Bäume wurden erschaffen zu unserem Nutzen. Herrlich sind alle Geschöpfe, doch keines von ihnen ist ein Ebenbild Gottes, der Mensch allein ausgenommen.“ (XII. Katechese Nr. 5)

Johannes Chrysostomus (ca. 380 n. Chr.)


Schrift: Homilien über die Buße (De paenitentia homiliae)

„In sechs Tagen hat Gott den Himmel und die Erde erschaffen, die mächtigen Berge, die Ebenen, die Thäler, die Schluchten, die Wälder, die Quellen, die Flüsse, das Paradies, die ganze bunte sichtbare Natur, dieses große und geräumige Meer, die Inseln, die Küsten- und Binnenländer, diese ganze sichtbare Welt und die Pracht auf derselben hat Gott in sechs Tagen gemacht; und die lebenden Wesen darauf, die vernünftigen und vernunftlosen, und die ganze sichtbare Herrlichkeit machte Gott in sechs Tagen!“ (VII. Homilie, Punkt 4)

Der Kirchenvater Chrysostomus gilt bei Thomas von Aquin als einer von drei maßgebenden Vätern, um den Bericht in Genesis zu verstehen. Schon in dieser Homilie wird sichtbar, dass er glaubt und verkündet, dass Gott in sechs Tagen alles schuf. Wir werden weiter sehen, dass die sechs Tage das ganze Schöpfungswerk beinhalten und daher bezeichnet diese Anzahl der Tage auch ihre notwendige Vollkommenheit. In seinen großen Predigten über das Buch Genesis legt er diesen Glauben leicht verständlich für das Volk dar. Ich beschränke mich im Folgenden nur auf einzelne Auszüge.


Schrift: Homilien über Genesis (Homiliae in Genesim)

„"Und es ward Abend und es ward Morgen, ein Tag" Indem er das Ende des Tages und der Nacht angezeigt hat, hat er es einen einzigen Tag genannt, damit er eine gewisse Ordnung und Reihenfolge unter die sichtbaren Geschöpfe bringe und keine Verwirrung eintrete. Wir können also, vom Hl. Geiste durch die Zunge dieses glückseligen Propheten belehrt, wissen, was am ersten Tage und was an den folgenden geschaffen worden ist. Auch dieses gehört der Herablassung des menschenfreundlichen Gottes an. Seine allmächtige Hand und seine unermeßliche Weisheit waren gewiß im Stande, auch an einem einzigen Tag alle Dinge ins Dasein zu führen. Und was sage ich, in einem Tage? Ja sogar in einem einzigen Augenblicke! Aber weil Gott nicht um seiner eigenen Bedürfnisse willen irgend etwas von den Geschöpfen ins Dasein gesetzt hat, da er ja doch gänzlich bedürfnislos ist und kein Ding braucht, sondern vielmehr alles aus seiner Menschenfreundlichkeit und Güte gefertigt hat, so hat er auch die Dinge nach Teilen erschaffen und uns eine sichere Lehre über die Reihenfolge der Schöpfung durch die Zunge des glückseligen Propheten überliefert, damit wir, indem wir das genau kennen lernten, nicht in die Fehler fielen, die von menschlicher Denkweise herrühren. Denn wenn selbst da, wo die Dinge auf solchem Wege geschaffen worden sind, es dennoch Menschen gibt, welche behaupten, alle Geschöpfe seien durch eigene Bewegung von selbst entstanden, was würde nicht diese Menschen alles zu sagen gewagt haben, wenn Moses sich nicht solcher Herablassung und solcher Lehrweise bedient hätte, da sie sich überhaupt beeifern, alles zu tun und zu reden, was gegen ihr eigenes Heil gerichtet ist?“ (Gen 1,2-5 - Teil III)

Eine Bemerkung am Rande: Schon Chrysostomus beurteilt jeglichen Glauben an eine evolutionäre Genese als „Fehler“ einer rein menschlichen Denkweise. Denn seine Formulierung „alle Geschöpfe seien durch eigene Bewegung von selbst entstanden“ meint, dass Bewegung eine evolutionäre Bewegung von einem Geschöpf zum nächsten bedeutet. Dem widerspricht aber die Offenbarung Gottes, sodass dieser Glaube nicht wahr sein kann.

"Und es ward Abend, und es ward Morgen, der zweite Tag." Du siehst, wie die Schrift uns mit Genauigkeit belehrt, indem sie das, was nach dem Ende des Tageslichtes kommt, "Abend" heißt, das Ende der Nacht aber "Morgen" nennt, die ganze Zeit aber als "Tag" bezeichnet, damit wir nicht etwa in Irrtum geführt werden und nicht etwa denken, dass der Abend das Ende des Tages sei, sondern genau wissen, daß das Maß beider zusammen (des Lichtes und Finsternis) einen Tag ausfüllt. Mit Recht könnte einer den Abend das Ende des Tageslichtes nennen, die Morgenröte aber, d.h. das Ende der Nacht, mit Recht die Fülle des Tages. Denn das will uns die göttliche Schrift offenbaren, wenn sie spricht: "Und es ward Abend, und es ward Morgen, der zweite Tag." (Gen 1,6-8 - Teil IV)

Wir werden das nicht nur bei ihm sehen, sondern auch bei den anderen Vätern noch klarer verstehen lernen, dass den Tag ein Morgen und Abend bestimmt. Und diese Definition bildet sich über die Jahrhunderte hinweg immer stärker heraus, was das Wort „Tag“ eigentlich bedeutet und beinhaltet.

"Darum hat sie [die Sonne] auch Gott erst am vierten Tage erschaffen, damit du nicht etwa glaubest, daß es die Sonne sei, die den Tag macht. Denn was wir früher von den Samen gesagt haben, das müssen wir nun auch von dem Tage sagen, daß er drei Tage existierte, ehe die Sonne geschaffen wurde. Der Beherrscher wollte also nur durch dieses Element das Licht des Tages glänzender machen. Dasselbe aber müssen wir auch von dem kleineren Lichtkörper, nämlich von dem Monde, sagen. Denn drei Nächte sind vorausgegangen, ehe er geschaffen wurde, und dennoch bringt er, nachdem er einmal ins Dasein geführt worden ist, auch seinen Nutzen, indem er das Dunkel der Nacht zerstreut. Und man möchte beinahe sagen, daß er dasselbe in Bezug auf alle Dinge vollbringt, was die Sonne am Tage tut. Denn die Sonne ist für die Herrschaft des Tages, der Mond aber für die Herrschaft der Nacht bestimmt. Was bedeutet das aber: "zur Herrschaft des Tages" und "zur Herrschaft der Nacht?" Das heißt, daß die Sonne die Macht über den Tag, der Mond aber über die Nacht empfangen hat, damit erstere den Tag durch ihre eigenen Strahlen glänzender mache, letzterer aber die Finsternis zerstreue und es dem Menschengeschlechte durch sein Licht möglich mache, mit Leichtigkeit seine Verrichtugnen zu besorgen.“ (Gen 1,14-19 - Teil VI)

Und wieder sehen wir einen Zuwachs an Verständnis der Väter am Schöpfungsbericht und kein Aufhebung der Worte! Wie Jesus verheißen hat: "Der der Geist der Wahrheit, wird euch in die ganze Wahrheit hineinführen" (Joh 16,13) und nicht aus heraus, oder ihr entgegengesetzt, oder sogar widersprechend. Mit diesem Gedanken von Chrysostomus finden sich auch bei den nächsten Vätern die weiteren Schritte zum tieferen Verständnis.


Ein Tag bestand somit schon vor Sonne und Mond. Das bedeutet, dass nicht Sonne, oder Mond einen Tag bestimmen, sondern der Tag die Form ist, in der sich Sonne und Mond als „Zeichen“ – als „Anzeiger“ dieser Tagzeiten befinden. Wenn somit von drei Tagen vor der Erschaffung der Gestirne die Rede ist, waren es wahrhaftige Tage, in die dann nur das „Uhrwerk“ der Gestirne die Zeiten sichtbar mache. Nur so nebenbei - beide leuchten: Sonne und Mond. Und wie Johannes sagt: das MondLICHT zerstreut die Nacht. Also Nacht ist etwas was der Mond nicht erzeugt, und Tageslicht ist nicht etwas, das die Sonne erzeugt. Sie machen nur die Tagzeiten sichtbar - zeigen sie an. Es wurden heute beispielsweise Pflanzen in dunkle Räume gestellt und sie hatten einen Tag-Nacht-Rhythmus ohne sichtbares Licht. Manche Menschen haben ein Empfinden über Tag/Nacht, wenn sie z.B. tagelang im Bergbau tätig sind und kein Sonnen und Mondlicht sehen. Wir sehen, dass Gott das in seine Schöpfung eingeprägt hat, wie der Kirchenvater darlegt. Und dass dies in der ganzen Schöpfung absolut ist, spricht formuliert er so:

"Und es ward Abend und es ward Morgen, der vierte Tag." Bemerke also, wie die Schrift jeden Tag so spricht und durch die Beständigkeit der Lehre die göttlichen Dogmen unserem Geiste einprägen will." (Gen 1,14-19 – Teil VI)

Auch wenn es hier vom Kirchenvater als Dogma in der Kirche gepredigt wurde, ist zu bemerken, dass es nie feierlich verkündet wurde. Aber es zeigt die Wichtigkeit dieses Glaubensinhaltes über den ersten Artikel des Glaubensbekenntnisses im Vergleich zu Genesis 1deutlich auf.

"Und Gott vollendete am sechsten Tage seien Werke, welche er gemacht hatte." Siehe, wie die Schrift einmal und zweimal dasselbe sagt, damit wir lernen, daß mit dem sechsten Tage alle Schöpfungswerke erfüllt waren." (Gen 1,27-2,3 – Teil X)

Somit wird durch die Worte dieses Kirchenlehrers sichtbar, dass nichts Neues mehr nach sechs Tagen geschaffen wurde. Alle Tierarten, (inkl. Dinosaurier), alle Pflanzenarten, etc. alles ist in diesen sechs Tagen geschaffen worden und nichts entwickelte sich Neues ab dem sechsten Tag – nur die Mikroevolution innerhalb von einer Tierart (z.B. Länge der Schnäbel, etc.) können wir beobachten, aber keine neuen Arten. Weil: in sechs Tagen war alles zu Ende was die Arten und Vielfalt anbelagt, das ist die Glaubenswahrheit, die sich einheitlich bei den Väter findet. Ob es sechs vierundzwanzig Stunden Tage sein müssen, wird sich im weiteren noch zeigen.


Basilius der Große (ca. 380 n. Chr.)


Schrift: Das Sechstagewerk (Hexameron)

Mit Basilius kommt kommt laut Thomas der zweite maßgebende Vater zu Wort:

„ “Und Gott nannte das Licht Tag und die Finsternis nannte er Nacht.“ Seit der Geburt der Sonne ist das Licht, das sie in der Luft verbreitet, wenn sie auf unsere Hemisphäre scheint, Tag; und der Schatten, den ihr Verschwinden erzeugt, ist Nacht. Aber zu dieser Zeit war es nicht nach der Bewegung der Sonne, sondern nach diesem einfachen Licht, das sich in der Luft ausbreitete oder sich in einem von Gott bestimmten Maße zurückzog, dass der Tag kam und die Nacht folgte. „Und es wurde Abend und es wurde Morgen: der erste Tag.“ Der Abend ist also die Grenze zwischen Tag und Nacht; und ebenso bestimmt der Morgen den Übergang von der Nacht zum Tag. Um dem Tag die Vorrangstellung zu geben, stellte die Heilige Schrift das Ende des ersten Tages vor das Ende der ersten Nacht, denn die Nacht folgt auf den Tag: Vor der Erschaffung des Lichts war die Welt nicht in der Nacht, sondern in der Finsternis. Es ist das Gegenteil des Tages, das Nacht genannt wurde, und es erhielt seinen Namen erst nach dem Tag. So wurden der Abend und der Morgen geschaffen. Die Heilige Schrift bemisst den Zeitraum eines Tages und einer Nacht und spricht danach nicht mehr von Tag und Nacht, sondern bezeichnet beide mit dem Namen des wichtigeren: jene Art und Weise, die in der gesamten Heiligen Schrift gefunden wird. Überall wird die Zeit in Tagen gemessen, ohne dass Nächte erwähnt werden.“ (II. Homilie, Punkt 8)

Basilius spricht davon, dass Gott Abend und Morgen geschaffen hat und dass dies ein Bericht von realen Geschehnissen ist belegen seine weitern Worte:

„So wird in Form der Realgeschichte [orig. historia] das Gesetz für das festgelegt, was folgen soll. „Und es wurde Abend und es wurde Morgen: ein Tag.“ Warum heißt es in diesem Fall nicht „erster Tag“ sondern „ein Tag“, wenn es doch üblich ist, den Tag, mit dem die Reihe begann, als den ersten zu bezeichnen, bevor vom zweiten, dritten und vierten Tag die Rede ist? Es heißt „ein Tag“, weil das Maß dafür offensichtlich das Tageslicht und die Nachtruhe definieren, indem Tageslicht und Nachtruhe zusammen die Zeitdauer eines Tages ergeben.“ (II. Homilie, Punkt 8)

Wir sehen hier schön klar wie der Kirchenvater Genesis versteht, anhand der wörtlichen Bedeutung. Denn in der Bibel steht bei Gen 1,5 für die Bezeichnung des Tages nur anzahlmäßig „ein Tag“, während die nächsten Tage mit Reihenzahlen (zweiter, dritter, vierter…) bezeichnet werden. Wie genau doch die Kirchenväter die Worte beachteten haben und verstanden haben!


Ein Tag, so erklärt Basilius, ist nun überhaupt erst als Maß erschaffen worden, damit man eine weitere Reihe erst messen kann! Wie bei dem Längenmaß Meter. Zuerst muss ich definieren, wie lange ein Meter ist, um dann damit einheitlich messen zu können. Genau das hat Gott gemacht: als erstes definierte er eine Tageslänge und dann schuf er sie. Und welches Maß hat ein Tag? Basilius ist hier ganz klar und eindeutig:

„Nun füllen vierundzwanzig Stunden die Zeitdauer eines Tages aus – wir meinen damit die Zeitspanne eines Tageslichtes und einer Nachtruhe; und wenn sie zur Zeit der Sonnenwenden nicht beide gleich lang sind, so umschreibt die von der Heiligen Schrift angegebene Zeit dennoch ihre Dauer. Es ist, als würde es heißen: Vierundzwanzig Stunden messen den Zeitraum eines Tages, oder dass in Wirklichkeit ein Tag die Zeit ist, die der Himmel benötigt, um von einem Punkt aus wieder zu diesem zurückzukehren. Jedes Mal, wenn also im Lauf der Sonne Abend und Morgen die Welt einnehmen, überschreitet ihre periodische Abfolge niemals den Zeitraum eines Tages.“ (II. Homilie, Punkt 8)

Ohne Zweifel: das Maß für einen Tag sind für ihn die 24 Stunden. Dieses Prinzip ist nicht erst heute, oder seit der Erschaffung der Sonne entstanden, sondern es ist die Definition die Gott selbst der Schöpfung eingeprägt hat, wie sie aus Ihm dem unwandelbaren Gott herauskommt. Weiter Basilius:

„Ist nicht in der überlieferten Ordnung das verborgen, was das Höhere und Stärkere ist? Gott hat in der Natur die Zeit festgelegt mit Maß und Zeichen – nämlich die Zeiträume der Tage –, indem er sie durch eine Woche bemisst. Die Woche selbst wird durch die Bewegung der Zeit gezählt, dadurch, dass sie immer wieder zu sich selbst zurückkehrt, indem durch einen einzigen Tag, sobald er siebenmal zu sich selbst zurückgekehrt ist, eine Woche bildet.“ (II. Homilie, Punkt 8)

Anhand eines Tages können wir also eine Woche überhaupt erst bestimmen. Und in weiterer Folge auch Monate, Jahre und Jahrhunderte. Das Grundprinzip (Maß) dieser Messung ist ein einzelner Tag. Wir sehen hier noch zusätzlich, dass Tage „zurückkehren“ zum Beginn. Das die Ordnung der Bewegung der Tage sich in einem Kreis vollzieht. Dieser Kreis ist beispielsweise körperlich am Himmelskörper der Sonne sichtbar geworden: die Sonne umkreist die Erde in einem Tag. In einem Jahr bewegen sich die Gestirne und die Sonne mit den vier Jahreszeiten etc. Vieles bewegt sich in Kreisbewegungen. Dazu Basilius:

„So wie ein Kreis in sich beginnt und in sich bleibt. Das ist auch das Wesen der Ewigkeit, in sich zu bleiben, ohne irgendwo zu enden. Wenn nun in diesem Fall der Beginn der Zeit nicht „erster Tag“, sondern „ein Tag“ genannt wird, dann deshalb, weil daraus die Begründung des Verständnisses der Ewigkeit verbunden wird.“ (II. Homilie, Punkt 8)

Nun sollte klar werden, was Basilius meint: weil Gott keinen Anfang und Ende hat, ist das Kreis das „Symbol“, das „Zeichen“ das den Geschöpfe wie ein Copyright-Zeichen anhaftet. Das was Gott schuf kommt aus Ihm, dem Ewigen und ein Kreis macht uns das sehr verständlich. Er ist wie ein „Abzeichen“ Gottes, wenn man das so sagen will. Daher ist die Bewegung der Sonne, die den Tag abmisst im Kreis angeordnet. Das geschah nicht von sich aus, sondern sie folgt einem vor ihr gewesenen Prinzip:

„Diese Leuchten [Sonne und Mond] wurden auch dazu bestimmt, Tag und Nacht voneinander zu scheiden. Denn oben schied Gott das Licht von der Finsternis; und damals teilte er ihre Naturen einander entgegengesetzt auf, sodass zwischen ihnen keine Vermischung besteht und zwischen Licht und Finsternis keine Gemeinschaft ist. Denn was am Tage Schatten ist, das ist in der Nacht die Natur der Finsternis selbst. Wenn jeder Schatten, sobald das Licht aufleuchtet, von den Körpern in den dem Licht entgegengesetzten Bereich fällt und sich morgens zum Westen hin ausstreckt, abends aber nach Osten hin neigt und zur Mittagszeit nach Norden weist, so zieht sich auch die Nacht in die den Strahlen entgegengesetzten Bereiche zurück, da sie ihrer Natur nach nichts anderes ist als der Schatten der Erde. Wie nämlich der Schatten deshalb am Tage besteht, weil etwas das Licht behindert, so entsteht die Nacht auf natürliche Weise, wenn die die Erde umgebende Luft verdunkelt wird.So ist es eben dies, was gesagt wurde: „Gott schied das Licht von der Finsternis“, da die Finsternisse dem Zugang des Lichtes ausweichen, weil bei der ersten Erschaffung eine natürliche Unterscheidung zwischen ihnen eingesetzt wurde. (VI. Homilie, Punkt 3)

Hier erklärt Basilius warum wir diese Phänomene des Lichtes überhaupt verstehen können. Weil die Form für Licht und Finsternis (der Schatten ist ein sichtbares Abbild davon) zuerst da sind. Chrysostomus bezeichnet das als „göttliche Dogmen“, das Dogma von Licht und Finsternis wird durch Sonne, Mond und Sterne erst für uns überhaupt erfahrbar und dadurch verstehbar. Aber es liegt nicht naturwissenschaftlich gesprochen in den sichtbaren Körpern, sondern in den unsichtbaren Dingen. Da das Verstehen nicht im materiellen Bereich angesiedelt ist. Licht und Finsternis meinen nicht Sonnenlicht, sondern das Licht AN SICH. Wir könnte auch von Verstandeslicht sprechen. Daher hält sich Basilius so lange damit auf, um zu zeigen, dass der Tag, der gemessen wird, nicht in der Natur der Körper ihren Ursprung hat und daher auch nicht als willkürlich entstanden angenommen werden sollte. Sondern in der Weise, wie Gott ihn bestimmt hat zu existieren schon vor der körperlichen Welt. Aus diesem Grund ist es für diesen Kirchenvater klar, dass die ersten sechs Tage reale sechs Tage mit 24 Stunden sein können, wie wir sie heute erleben, weil sich am Prinzip nichts ändern muss, da es nicht der materiellen Welt angehört, die vergänglich ist und von der Erbsünde getroffen wurde. Ein Prinzip ist unvergänglich und keinem Wandel unterworfen.


Ambrosius von Mailand (ca. 390 n. Chr.)


Schrift: Die Flucht vor der Welt (De fuga saeculi)

„Die Zahl „sechs“ soll uns daran erinnern, daß, wie die Welt in sechs Tagen erschaffen wurde“ (Punkt 2)

Ambrosius sieht in der Zahl Sechs – die auch Augustinus so versteht, wie wir noch sehen werden – die Erinnerung an die Wahrheit, die dieser Zahl zugrunde liegt: die Erschaffung in sechs Tagen, in vollkommener Weise durch Gott den Vollkommenen. Somit könnte die Zahl Sechs auch die Zeit der Vollendung selbst bedeuten und nicht nur reine historische Tage. Bedeutender ist aber eine andere Schrift, in der er Genesis auslegt:


Schrift: Das Sechstagewerk (Hexameron)

„Und Gott nannte das Licht Tag und die Finsternis nannte er Nacht, um auch dem Namen nach Tag und Nacht zu unterscheiden. Wir sehen also, wie augenscheinlich der Aufgang des Lichtes vor dem der Sonne den Tag erschließt: der anbrechende Tag beschließt die endende Nacht, und eine bestimmte Zeitgrenze und beschränkte Dauer des Bestehens ist der Nacht und dem Tag gesetzt. Dem Tage gibt die Sonne den Glanz, das Licht das Sein. Häufig ist der Himmel mit Wolken überzogen, so dass die Sonne verdeckt und kein Strahl derselben sichtbar ist: dennoch zeigt das Licht den Tag an und verscheucht die Finsternis.“ (I., 10, 36)

Wieder wird uns der Konsens bewusst, den auch Ambrosius bestärkt: der Tag existiert bereits vor der Sonne. Und auch wenn das Sonnenlicht fehlt, gibt es noch immer Tag und Nacht. Der Kirchenvater sieht in der Sonne mit dem aufgehenden Licht die Verwirklichung dessen, was Gott am ersten Tag erschuf. Wenn am ersten Tag die Dauer erschaffen wurde, „eine bestimmte Zeitgrenze und beschränkte Dauer des Bestehens ist der Nacht und dem Tag gesetzt“, dann ist diese Zeitgrenze mit 24 Stunden das Maß. Ambrosius weiter:

„Recht auffallend heißt es auch: „ein Tag“, nicht der „erste Tag“. Es hätte ja (Moses), nachdem ein zweiter und dritter Tag und der Reihe die übrigen folgten, „erster“ sagen können – die Aufzählung schien dies sogar zu verlangen –, indes wollte er zur Regel machen, dass die vierundzwanzig Stunden des Tages und der Nacht bloß mit dem Namen „Tag“ bezeichnet würden. Er wollte gleichsam sagen: „Vierundzwanzig Stunden sind das Zeitmaß des Tages“.  (I., 10, 37)

Somit erklärt uns hier wieder einmal dasselbe auch Ambrosius, dass der erste Tag nicht erster genannt wird, weil der erste Tag überhaupt einmal definiert werden musste. Das Prinzip musste überhaupt einmal erst vorhanden sein, um zählen zu können. Dieses Prinzip eines Tages ist am Anfang erschaffen worden mit seinem Zeitmaß. Dazu erklärt er weiter:

„Sinnig aber ließ (Moses), nachdem er einmal die beiden wechselnden Zeiten als einen Tag bezeichnen wollte, letzteren mit dem Morgen beschließen, um zu zeigen, wie der Tag mit Licht anfängt und in Licht endigt; denn erst mit dem Ende ist die volle Frist des Tages und der Nacht gegeben.“ (I., 10, 38)

Der Glaube an die Realität der Schöpfungstage wird wieder ersichtlich. Denn auch schon der erste Tag vollzieht sich in einem Wechsel zwischen Lichtes und Finsternis., was das Wesen des Tages bestimmt. Ambrosius nimmt aber diesen ersten, besonderen Tag  aus der Zeitdauer der nächsten Schöpfungstage aus:

„Der „eine Tag“ ist nun als solcher von den übrigen auszunehmen und nicht als „erster Tag“ mit den übrigen auf gleiche Stufe zu stellen; denn an ihm wurden die Grundfesten aller Dinge gelegt und nahmen jene Ursachen ihren Anfang, auf welchen der Bestand dieser Welt und der ganzen sichtbaren Schöpfung beruht.“ (II., 1, 2)

Weil am Anfang erst die Form des Tages erschaffen werden musste, wurde dieser nicht in die Reihe eingefügt mit Reihenzahl, sondern dient als „Maß“ an dem sich alle anderen Tage zu messen haben. Das kann man so verstehen, dass dieser Tag 24 Stunden hatte, wenn durch diesen Gott die Form aller anderen Tage auf der Erde festgelegt hat. Muss man aber nicht, und kann auch anders verstehen, dass hier Ambrosius die Zeitdauer flexibel ansetzt. Es bleibt offen, wie hier der Kirchenvater verstanden werden will. Wie war das mit dem Tag ohne Sonne? Hier erklärt der Kirchenvater:

„Schon durchwanderten wir ohne die Sonne den ersten Tag, durschritten ohne die Sonne den zweiten, vollendeten ohne die Sonne den dritten. Am vierten Tag nun ergeht Gottes Befehl, es sollen Leuchten entstehen: die Sonne, der Mond und die Sterne.“ (IV., 1, 1)

Somit folgt Ambrosius weiter dem einheitlichen Prinzip, dass die Tage in ihrer Zeitdauer bereits vor den Gestirnen ihre Wechsel hatten, den diese nur sichtbar machen. Offen bleibt, wie er hier die Dauer dieser ersten drei Tage festlegt.

„Er [Gott] also führte sie [die Sonne] in das Lichtreich ein, er gab ihr den Glanz, er verlieh ihr die Leuchtkraft. Nur Geschöpf also ist die Sonne, darum auch sie dienstbar; denn geschrieben steht: „Du hast die Erde gegründet, und sie besteht fort. Nach Deiner Anordnung währt der Tag, weil alles Dir dienstbar ist“. Wenn der Tag dienstbar ist, wie sollte die Sonne nicht dienstbar sein, die „unter die Herrschaft des Tages gegeben ward?“ Wie sollten Mond und Sterne nicht dienstbar sein, die „unter die Herrschaft der Nacht gestellt wurden?“ (IV., 2, 5)

Dementsprechend ist der Tag das bestimmende zeitliche Prinzip, dem die Sonne und der Mond nur in ihrem Dienst unterstehen, um diese Wechsel sichtbar zu machen. Sie sind sozusagen „angehängt“ an die Bewegung von Licht und Finsternis, die schon vor ihnen in der Schöpfung existierten – drei Tage lang. Dementsprechen lässt sich berechtigt zurückbindend sagen, dass auch diese ersten drei Tage dasselbe Maß gehabt haben können. Interessant bei Ambrosius ist, dass er erwähnt, dass sowohl der Mond Licht aussendet, wie das die Sonne tut:

„Doch bedenken wir, dass das Licht des Tages verschieden ist vom Lichte der Sonne und des Mondes und vom Sternenlichte! Denn die Sonne verleiht mit ihren Strahlen dem Tageslichte nur größere Helligkeit … Ferner nicht bloß ein Zeichen, sondern vielmehr zwei wollte Er zur Scheidung von Tag und Nacht haben: sowohl das Tageslicht wie der Sonnenaufgang sollte diese Scheidung bewirken, und umgekehrt des Lichtes Erlöschen, wie der Sterne Aufgang den untergehenden Tag vor der beginnenden Nacht unterscheiden. Auch nach dem Sonnenuntergang bleibt nämlich eine Tageshelle zurück, bis die Dunkelheit die Erde deckt: und jetzt geht der Mond auf und die Sterne. Und zwar ist das hinsichtlich der Nacht offenkundig und klar: des Mondes und der Sterne Scheinen, der Nacht bereich selbst sind Zeugen davon; macht doch tagsüber die Sonne mit ihrem Aufgang dem Funkeln des Mondes und des ganzen Sternenhimmels ein Ende. Hinsichtlich des Tages aber kann uns schon der bloße Glanz der Sonne überzeugen, dass das Tageslicht und das Sonnenlicht ihrer Natur nach verschieden und selbst ihrer Erscheinung nach ungleichartig sind.“ (IV., 2, 8-9)

Ambrosius sieht ein geistliches Geschehen in der Zeit verwirklicht, denn Sonnenlicht und Mondlicht unterscheiden sich hinsichtlich ihres Ortes in der Zeit. Der Mond hat seinen Herrschaftsbereich nur in der Nacht. Somit ist er auch nur dort der hellste Himmelskörper. Wenn der Mond am Tag sichtbar ist, so kann er dort nicht herrschen (das hellste Licht am Himmel sein), da die Sonne die Herrschaft über den Tag hat und den Mond mit ihrer Leuchtkraft übersteigt. Somit sehen wir, dass beide Lichtkörper am Himmel sind, die den „Hintergrund“ des Himmels anzeigen – die zeitliche Komponente. Der „Hintergrund“ der Sonne ist der Tag, den große Licht anzeigt, während in der Zeit der Nacht der Mond als kleinerer leuchtender Anzeiger in der Finsternis sichtbar macht. Sonne und Mond sind damit nicht Licht und Finsternis, da beide Leuchtkörper sind. Sie machen nur die zwei Bereichen des Tag und der Nacht verständlich. Tag und Nacht liegt diesen beiden Zeichen zugrunde. Weshalb diese vor diesen Zeichen schon existierten. Im weiteren Text führt Ambrosius aus, dass der Tag mit seiner Zeit eine andere Qualität/Art des Lichtes der Sonne hat, als in einer Zeit der Finsternis der Mond. Klar wird das im folgenden:

„“Zu Tagen“ auch sollen sie (Sonne und Mond) sein. Sie sollen die Tage nicht schaffen, wohl aber darüber die Herrschaft führen.“ (IV. 5, 24)

Damit sollte dem Leser klar werden, dass Licht/Finsternis - Tag/Nacht die Grundform ist, die eben schon auch die ersten drei Tage bestimmt hat und in deren Betrieb nur die Leuchtkörper als „Diener“ erschaffen wurden, um das Zeitmaß im sichtbaren Teil der Schöpfung anzuzeigen, nicht aber hervorzubringen. Somit bestimmt nicht der Umlauf der Gestirne den Tag und die Nacht, sondern Tag und Nacht bestimmen den Umlauf der Gestirne.


Augustinus von Hippo (ca. 420 n. Chr.)


Schrift: Vom ersten Katechetischen Unterricht (De catechizandis rudibus)


Mit diesem Kirchenvater schließt sich der Kreis der drei maßgebenden Vätern, die der hl. Thomas für die Schöpfung verwendet. Wenn Augustinus für die Taufe Unterricht gibt, heißt das im wahrsten Sinne des Wortes, das er über die Wahrheit LEHRT, an die die Katechumenen glauben sollen. Dort erwähnt er eindeutig, dass Genesis maßgebend ist:

„Von dieser Ruhe redet auch die Heilige Schrift und sie schweigt nicht davon, daß Gott im Anbeginn der Welt, da er Himmel und Erde und alles, was darin ist, geschaffen hat, in sechs Tagen sie gemacht, am siebten Tage aber geruht hat. Als der Allmächtige hätte er ja auch in einem einzigen Augenblick alles hervorbringen können.“ (II., Kap. 17. Punkt 28)

Ganz klar unterweist er hier die, die Mitglieder (Glieder am Leibe Christi, der die Wahrheit ist) der Kirche werden möchten, dass es der eie Glaube der Kirche ist, dass Gott, der alles kann, sechs Tage bestimmt hat, um alles in ihnen zu erschaffen und zu formen. Aber nicht nur in der Unterricht auch in siner Schrift des Gottesstaates findet sich die eine Lehre. Dort spricht er von den Irrlehern und der wahren Zeitdauer der Welt, die die Erschaffung in sechs Tagen miteinschließt (ich gebe hier den vollen Abschnitt wieder, um den Kontext mitlesen zu können).


Schrift: Vom Gottesstaat (De civitate Dei)

„Sie werden dabei auch irregeführt durch ganz verlogenes Schrifttum, das angeblich viele Jahrtausende von Zeitengeschichte umfaßt, während sich auf Grund der Heiligen Schrift ein Zeitraum von weniger als sechs Jahrtausenden seit der Erschaffung des Menschen berechnet. … Die griechische [Geschichtsschreibung] verdient indes mehr Glauben, weil sie nicht über die wahre Zahl der Jahre hinausgeht, wie sie in unserm Schrifttum, dem wahrhaft heiligen, angegeben wird. … Es gibt außerdem solche, die der Welt keine ewige Dauer zumessen, gleichviel, ob sie an unzählige Welten denken oder nur eine annehmen, die in bestimmten Zeiträumen unzähligemal entsteht und wieder untergeht; … Denen aber, die sich dadurch beunruhigt fühlen, daß der Mensch unzählige und unbegrenzte vergangene Zeiträume hindurch nicht erschaffen gewesen und erst so spät erschaffen worden sei, vor weniger als 6000 Jahren erst nach dem Zeugnis der Heiligen Schrift, ihnen möchte ich dasselbe entgegenhalten wie bei der Behandlung der Frage nach dem Ursprung der Welt denen, die sie gleich uns nicht für ewig halten wollen, sondern ihr einen Anfang zuschreiben, wofür sich auch Plato — manche freilich glauben, im Gegensatz zu seiner wirklichen Meinung — in vollster Deutlichkeit ausspricht. Wenn sie an der Kürze der Zeit Anstoß nehmen, weil es ihnen so wenige Jahre dünkt, seitdem der Mensch nach der Aussage unserer Gewährsschriften erschaffen ist, so mögen sie bedenken, daß nichts von langer Dauer ist, was einmal Anfang und Ende nimmt, und daß alle Zeiträume in ihrer Begrenztheit, verglichen mit der unbegrenzten Ewigkeit, nicht etwa gering, sondern überhaupt nicht ins Gewicht fallen. Man könnte darum die Frage, warum Gott den Menschen nicht früher erschaffen hat, ebensogut stellen, wenn man seit dessen Erschaffung statt fünf oder sechs Jahrtausenden deren sechzig oder sechshundert verflossen sein ließe oder sechzig oder sechshundertmal soviel oder sechshundert-tausendmal soviel oder diese Summe beliebig mit sich selbst vermehren wollte zu Zahlen, für die uns die Bezeichnung fehlt. Gottes vorausgegangenes Feiern vor der Erschaffung des Menschen ist ewig, ohne Anfang, und so ausgedehnt, daß im Vergleich dazu jede, auch die größte und ganz unaussprechliche Zeitenhäufung, die nur überhaupt in den Grenzen einer bestimmten Dauer sich bewegt, noch nicht für soviel zu erachten ist, als wenn wir ein winziges Tröpfchen Flüssigkeit in Vergleich bringen mit dem ganzen Meere bis hinaus an dessen äußerste Grenzen. Denn ist auch das Tröpfchen höchst unbedeutend, das Meer unvergleichlich groß, so ist doch das eine wie das andere begrenzt; dagegen ein Zeitraum, der einen Anfang nimmt und innerhalb einer Grenze sich hält, mag er sich ausdehnen so weit er will, ist im Vergleich zu einem anfangslosen kaum noch als winzigster, eher als überhaupt keiner zu erachten. Denn nimmt man von seinem Ende anfangend auch nur ganz kurze Zeitteilchen eines ums andere weg, so wird man durch ständiges Zurückgehen (wie wenn man etwa die Tage eines Menschen von seinem dermaligen Lebenstag an bis zu seinem Geburtstag zurück von der Summe der Lebenszeit abzieht) selbst bei einer unausdrückbar hohen Zahl schließlich einmal an den Anfang kommen. Zöge man dagegen von einer anfangslosen Dauer, ich will nicht sagen Stück um Stück, kleine Zeitteile ab oder auch eine bestimmte Zahl von Stunden, Tagen, Monaten oder Jahren, sondern gleich so große Zeiträume wie die erwähnte Jahressumme, die sich rechnerisch überhaupt nicht mehr bezeichnen läßt, aber ihrerseits doch bei stückweisem Abziehen von Zeitteilen ein Ende nimmt, und wiederholte man dieses Abziehen nicht bloß das ein- und andermal oder öfter, sondern immer wieder und wieder, es käme nichts dabei heraus, und zu einem Anfang gelangte man niemals, weil eben keiner da ist. So gut wie wir nach 5000 und mehr Jahren, könnten demnach auch die Nachkommen nach 600 000 Jahren jene vorwitzige Frage aufwerfen, wenn das sterbliche Menschengeschlecht im Wechsel von Entstehen und Vergehen und dessen Beschränktheit und Unwissenheit solang fortdauern würde. Ebenso hätten auch die Vorfahren schon in den Zeiten alsbald nach Erschaffung des Menschen diese Frage stellen können. Und endlich selbst der erste Mensch hätte am Tage nach der Schöpfung oder auch gleich am Schöpfungstag nachforschen können, warum er nicht früher erschaffen worden. Und wäre er erschaffen so früh nur immer, dieser Streit über den Anfang der irdischen Dinge hätte sich damals mit demselben Recht wie heute und in jedem späteren Zeitpunkt erheben lassen.“ (Buch XII., Kap 10-12)

Also damit wischt auch Augustinus alle Lehren vom Tisch, die behaupten, dass die Welterschaffung mehr als sechs Tage gedauert haben könnte. Bei den Kirchenvätern findet sich womöglich ein einheitlicher Konsens über die Erschaffung und Weltzeit auch der Tatsache der sechs Tage, wenn auch die Zeitdauer dieser Tage offen bleibt. Auch wenn exakte Daten variieren, so ist wie angekündigt der Grundtenor: sechs Tage am Anfang und dann ca. 4000-6000 Jahre bis zu Christus - Details verschieden, je nach Kirchenvater und Übersetzung des Bibeltextes (da verschiedene Abschriften der historischen Funde andere Lebenszeiten angeben).

Augustinus widmet, wie die beiden andern großen Ausleger, der Genesis eine eigene Erklärung, die ich nicht unerwähnt lassen möchte.


Schrift: Kommentar zum Buch Genesis (De Genesi ad litteram)


Augustinus setzt er sich in dieser Schrift mit verschiedenen Verständnissen auseinander, die zu seiner Zeit zum Buch Genesis im Umlauf waren. Sein methodischer Ansatz ist von großer Zurückhaltung geprägt, wie er selbst betont:

„Nach solchen Überlegungen und auf Grund solcher Beobachtungen habe ich nach meinen Kräften auf mehrfache Weise das Buch der Genesis ausgelegt und Stellen zu klären versucht, die, um unseren Geist zu schärfen, dunkel gehalten sind. Ich habe mich wohl gehütet, irgend etwas vermessen zu behaupten oder mit Vorurteil eine andere und vielleicht bessere Auslegung zu unterdrücken, damit ein jeder Leser auf seine Art die Wahl hat, sich für jene Ansicht zu entscheiden, die er erfassen kann.“ (I., 20, 40)

Augustinus unterscheidet grundsätzlich zwischen klar verständlichen Stellen der Heiligen Schrift und solchen, die dunkel sind und daher der Auslegung bedürfen. Die klaren Stellen sind für ihn unmittelbar einsichtig und bedürfen keiner zusätzlichen Erklärung. Die dunklen Stellen fördern das Nachdenken, dem aber nichts hinzufügt werden dürfte, was den Wortsinn verfälscht und in ihm nicht enthalten ist.

„Wir lesen in der Heiligen Schrift von so manchen dunklen, unseren Augen allzuweit entfernten Dingen, über die wir auch in dem gesunden Glauben, in den wir eingeweiht sind, verschiedene Meinungen haben dürfen. Aber in keine von ihnen sollen wir uns kopfüber so hineinstürzen, daß wir gleich am Sinn der göttlichen Schrift verzweifeln, sobald unsere Meinung vielleich durch eine sorgfältige Untersuchung in Wahrheit umgestoßen wird. Unser ringendes Streben soll nicht dahin gehen, daß wir wollen, die Schrift sei so verfaßt, wie es unserer Meinung nach sein soll, sondern, daß wir unsere Meinung so uns bilden können, wie sie in der Schrift enthalten ist.“ (I., 18, 37)

Dieses Zitat ist derart wichtig, dass es auch Thomas in der Summa Thelogica verwendet und als bleibend gültigen Grundsatz erklärt (s.u.). Das bedeutet, dass Meinungen (die keine Wahrheiten sind) nur auf dunkle Stellen der Schrift bezogen werden dürfen. Aber trotz der Offenheit mancher Stellen muss die Heilige Schrift als Gottes Wort als erstes in der Gabe des Heiligen Geistes, der Gottesfurcht (Ehrfurcht vor Gott), gelesen werden:

„Wo er aber nicht verstehen kann, gebe er der Schrift Gottes die Ehre und bewahre sich die Scheu.“  (I., 20, 40)

Vor diesem Hintergrund müssen wir bei Augustinus im Schöpfungsbericht zwei Bereiche unterscheiden: eindeutig verständliche Aussagen der Bibel und andere, die auslegungsbedürftig sind und der Ehre Gottes überlassen sind. Sein Anliegen im Kommentar zur Genesis ist es vor allem, über die dunklen Stellen zu sprechen und zu diskutieren. Die Existenz der sechs Schöpfungstage selbst stellt für ihn dabei kein diskutables Thema dar, sondern die auslegungsbedürftige Offenheit, wie diese Tage in ihrem Zeitmaß zu verstehen sind.

Augustinus zweifelt nie an der geschichtlichen Realität der Ereignisse der Erschaffung, die diese Tage bilden, wie er ganz am Beginn seines Kommentares erklärt und verkündet:

„Gerade bei den Berichten über vergangene Dinge wird sich die Frage stellen, ob alles nur in figürlichen [symbolischen] Sinne aufgefaßt werden soll, oder ob es auch als Tatsache den Glauben zu beanspruchen hat und dementsprechend zu verteidigen ist. Es würde wohl kein Christ zu sagen wagen, ein Satz etwa wie der des Apostels: „All das widerfuhr ihnen sinnbildlich“ (I Kor 10,11) sei nicht figürlich aufzufassen und keiner wird die Stelle der Genesis: „Und sie werden zwei sein in einem Fleisch“ (Gen 2,24) nicht auf das große Mysterium beziehen, das uns anvertraut ist in Christus und der Kirche (Eph 5,32).“ ( I., 1, 1)

Diese etwas komplizierte Ausdrucksweise kann man so vereinfachen: Die Apostel litten wirklich – real – und wenn im Korintherbrief geschrieben steht, dass ihre Leiden sinnbildlich zu verstehen sind, dann meint Augustinus mit seiner Aussage, dass kein Christ die Leiden der Apostel NUR als unwirklich (nur symbolisch) verstehen würde. D.h. er stellt damit klar, dass die Heilige Schrift reale Geschehnisse beinhaltet. Aber ebenso nicht nur reale, sondern wie wer mit dem Zitat von Genesis 2,24 zeigt, dass hinter realen Geschehnissen auch größere Sinnbilder (Symbole) enthalten sind, die sich erst später deutlich zeigen. Und damit sagt er, dass „die Heilige Schrift von diesem doppelten Gesichtspunkt aus durchforscht werden soll“ (I., 1, 2), und nicht nur rein symbolisch verstanden werden darf. Was übrigens bis heute der Katechismus genauso formuliert. („Nach einer alten Überlieferung [Tradition] ist der Sinn der Schrift ein doppelter: der wörtliche und der geistliche Sinn.“, KKK 115)


Damit nun genug zur Einordnung, die uns helfen kann, um die folgenden Zeilen und Zitate besser zu verstehen.


Die ersten drei Tage werfen für Augustinus besonders viele Fragen auf. Denn während die letzten drei Tage als 24-Stunden-Tage verstanden werden können – da Sonne, Mond und Sterne zur Zeitmessung von Tagen, Monaten und Jahren bereits geschaffen sind –, entbehrt der Text bei den ersten drei Tagen diese Grundlage. Und genau diese „dunkle“ Stelle interessiert diesen Kirchenvater. (Was nicht heißen soll, dass die letzten drei Tage 24-Stunde-Tage sei müssen.) Können nun diese ersten drei Tage im selben zeitlichen Sinn verstanden werden? Hier ein Auszug:

„Es ist gesagt, daß das Licht erschaffen und von der Finsternis geschieden wurde, die Namen „Tag und Nacht“ sind den beiden gegeben worden, und die Schrift sagt: „Es ward Abend und es ward Morgen, ein Tag“ (Gen 1,5). Hieraus ergibt sich, daß dieses Werk Gottes im Laufe eines Tages vorbracht wurde, bis es zum Abend gekommen ist, der der Anfang der Nacht ist. Nach vorübergegangener Nacht nun ist der ganze Tag vollendet, und der Morgen gehört zum anderen Tag, an dem Gott entsprechend anderes verrichtete.“ (I,10,18)

Augustinus beginnt den Tag als einen realen Tag zu verstehen, der durch den Wechsel von Licht und Finsternis bestimmt ist und sich dadurch klar vom nächsten Tag unterscheidet. In den weiteren vier Seiten fragt er sich, wie dieser Wechsel konkret vor sich gegangen sein könnte, da die Heilige Schrift darüber keine weiteren Erklärungen gibt. Genau hier bewegt er sich bewusst im dunklen Bereich der Schrift: Er stellt Überlegungen an, ohne eine verbindliche Erklärung vorzulegen, wie bereits oben erklärt wurde.

„[Als erstes ist] das Licht eingeführt worden mit den Worten: „Es werde Licht, und es ward Licht“. Nachher aber, als von den Leuchten am Himmel die Rede ist, wird uns erzählt, was aus jenem Licht gemacht worden ist, und zwar in der Ordnung von Tagen, in der es dem Schöpfer beliebte, das Gesamte zu erschaffen.“ (I,11, 23)

Demnach erzeugt das Licht des ersten Tages bereits einen Wechsel, dem später die Gestirne folgen, um diesen Wechsel sichtbar zu machen. Doch genau hier stellt er sich eine neue Frage: Wenn Sonne, Mond und Sterne diesen Wechsel sichtbar machen, wie vollzog er sich zuvor, beim „reinen“ Licht der ersten Tage?

„Wohin sich freilich die Substanz jenes Lichtes [des ersten Tages] zurückzog, als es Abend wurde, so daß die Nacht an seine Stelle treten konnte, hat besagter Autor nicht mitgeteilt, und ich glaube auch nicht, daß man das leicht finden könnte. Es darf nämlich nicht geglaubt werden, daß es ausgelöscht wurde, um der nächtlichen Finsternis Platz zu machen, und dann wieder angezündet wurde, damit es Morgen würde, bevor das durch den Dienst der Sonne geschah; ein Vorgang, der wie die Schrift bezeugt, erst am vierten Tage sich abzuspielen begonnen hat.“ (I,11, 23)

Augustinus sieht also eine offene Frage wohin das Licht verschwinden kann, damit Finsternis sich ausbreiten kann. Er findet darauf keine Antwort. Das bringt eine nächste Frage für ihn mit sich, ob das Licht der ersten drei Tage körperlich oder geistig zu verstehen sei. Dann entwickelt er in den folgenden zehn Seiten verschiedene mögliche Deutungen, ohne sich endgültig festzulegen:

„Schwierig zu ermitteln und zu erklären ist, was sich vor der Erscheinung der Sonne zugetragen hat. In welchem Umlauf konnten drei Tage und Nächte einander folgen, während die Substanz des zu erschaffenen Lichtes weiter fortbestand?“ (I., 12, 24)

Wir sehen, dass Augustinus mehr seinen Fokus auf der dunklen Stelle hat, die den Wechsel des Lichtes nicht exakt beschreibt oder erwähnt, was aber nicht bedeutet, dass es ihn nicht gegeben hat. Es ist eben im Dunkel gelassen und kann weder mit Ja, noch mit Nein beantwortet werden. Aber er geht dann weiter in seiner Auslegung und beginnt alle möglichen Deutungsversuche darüber zu machen, bis er sich eingesteht:

„Indes ist das ein Auslegungsversuch prophetischer Allegorie, wie ich ihn in dieser Abhandlung nicht beabsichtigt habe. Denn unser Vorhaben zielt auf die Bedeutung der in der Schrift enthaltenen tatsächliche Geschehnisse“ (I., 17, 34).

Ihn interessieren also WIE die tatsächlichen Geschehnisse dieser ersten Tagen sich abgespielt haben könnte. Damit wird ganz klar, dass Augustinus glaubt, dass diesem Bericht die Tatsachen der Erschaffung zugrunde liegt und er Vorschläge für ein Verständnis bieten möchte. In den folgenden Betrachtungen über die Finsternis der ersten Tage, die die Nacht darstellt, beschreibt der Kirchenvater diese als einen real existierenden Zeitraum, den er als „geordnete Finsternis“ (I., 17, 34) bezeichnet. Die Gestirne machen diesen Zeitraum von Tag und Nacht nicht erst möglich, sondern lediglich sichtbar:

„Erst als die Nacht, wie wir sie kennen – macht sie doch der Umlauf der Sonne über den Ländern -, durch die Verteilung der Himmelsleuchten vom Tag getrennt wird, heißt es nach dieser Trennung von Tag und Nacht: „Gott sah, daß es gut ist“. Diese Nacht war keine ungeformte Substanz, aus der nun anderes geformt werden sollte, sondern sie war ein mit Luft erfüllter Raum, der das Tageslicht entbehrte. … Der Abend endlich, den es während all der drei Tage noch vor der Erschaffung der Himmelsleuchten gegeben hat, kann vielleicht mit einer gewissen Berechtigung als Grenze des vollendeten Werkes, der Morgen hingegen als Hinweis auf das künftige Wirken verstanden werden.“ “ (I., 17, 34)

Diese Aussage zeigt Augustinus’ klaren Glauben an die stattgefundenen Schöpfungstage: Es gab den Abend „während all der drei Tage noch vor der Erschaffung der Himmelsleuchten“. Damit versteht er auch die ersten drei Tage als mögliche reale Tage mit Tag- und Nachtzeiten, ist sich aber nicht klar, wie sich diese Wechsel vollzogen haben können und wie lange der Zeitraum war. Manches bleibt dunkel und dann muss "Gott die Ehre" gegeben werden, weil nur Er es wissen kann.

Im anschließenden zweiten Buch lässt ihn diese Frage weiterhin nicht los, denn „eine Lösung wird sich finden lassen, auf welche Weise die Nacht, der Abend und der Morgen bei diesen Schöpfungstagen zu verstehen sind.“ (II., 1, 1) Bevor er darauf zurückkommt, widmet er sich jedoch zuerst der Bedeutung der Zahl Sechs, wie ich oben bereits erwähnt habe:

„Darum können wir nicht sagen, die Sechszahl sei deshalb vollkommen, weil Gott in sechs Tagen alle seine Werke vollbracht hat, sondern Gott hat deshalb in sechs Tagen seine Werke vollbracht, weil die Sechs die vollkommene Zahl ist. Wenn es also diese Werke nicht gäbe, wäre sie dennoch vollkommen. Wäre sie aber nicht vollkommen, dann hätten jene Werke nicht nach ihr vollbracht werden können.“ (II., 7, 14)

Augustinus sieht in den sechs Schöpfungstagen ein göttliches Prinzip, das der Schöpfung vorausgeht und in der Vollkommenheit von Gott gründet, die der geschaffenen Zahl Sechs entspricht. Wir sehen hier, dass Augustinus richtig und logisch denkt, wie das in der Philosophie mit den Gesetzen der ersten Prinzipien ausformuliert wurde. Nicht die sechs Tage bilden erst die Vollkommenheit, sondern Gott, der vollkommen ist bildet die Gesamtheit der Schöpfung in diesen sechs Tagen, weil das Ihm entspricht. Wie der Samen so die Frucht. Es müssen daher sechs Tage sein, weil sie in Gottes Geist gründen und können daher nicht einer oder vier, oder andere sein, auch nicht drei Milliarden, sondern eben sechs. Diese Vollkommenheit in Gott wird durch die sechs Tagen geschöpflich sichtbar (im Geschöpf des Tages) – ganz im Sinne des Prinzips, dass das Wort (die Zahl Sechs) sichtbar geworden („Fleisch geworden“) ist.

Somit kann man festhalten, dass die Zahl Sechs eine symbolische Zahl ist, die bezeichnet, dass alles, was geschaffen wurde, in diesem vollkommenen Zeitraum geschaffen wurde. Ob es dabei sechs 24-Stunden-Tage waren, oder ein anderer Zeitraum bleibt für den Glauben unerheblich.

Nach weiteren Überlegungen zur Bedeutung des siebten Tages kehrt Augustinus schließlich zu seiner ursprünglichen Frage nach dem Verständnis der Tage zurück und gesteht offen die Grenzen menschlicher Erkenntnis ein:

„Von der Schwierigkeit dieser Frage durchdrungen, wagen wir unsere damalige Erörterung so abzuschließen, daß wir die Ansicht aussprachen, jenes uranfänglich erschaffene Licht sei der Begriff der geistigen Schöpfung, die Nacht aber sei die Materie der Dinge, die erst in den übrigen Werken eine Form erhalten sollte, aber bereits hergestellt wurde, als Gott im Anfang Himmel und Erde schuf, bevor er noch mit dem Wort den Tag erschaffen hat. Nun aber hat uns die Betrachtung des siebten Tages aufmerksamer gemacht, und das Eingeständnis fällt uns leichter, daß wir etwas, das derart unseren Sinnen entzogen ist, eben nicht wissen können.“ (II, 21. 38)

Einfacher ausgedrückt: Augustinus hält daran fest, dass die Tage in einem geistigen Sinn festgelegt waren und dass sich die Schöpfung entsprechend vollzogen hat. Wie genau dies zu denken ist, entzieht sich jedoch unserem sinnlichen Verständnis. Diesen Gedanken formuliert er noch einmal anders, indem er beschreibt, dass die Kreaturen – etwa der Tag – in entsprechender Weise in der Schöpfung „vergegenwärtigt“ werden:

„Ich meine, auf welche Weise das Licht, das Tag genannt wird, durch seinen Umlauf oder seine Hintanhaltung und Aussendung, sofern es körperlich ist, den Wechsel von Tag und Nacht durchgeführt haben mag, und sofern es geistig ist, den zu erschaffenden Kreaturen vergegenwärtigt worden sei, das heißt, wie es durch seine Gegenwart den Tag gemacht haben mag, durch seine Abwesenheit die Nacht, beziehungsweise den Abend durch seine beginnende Abwesenheit, den Morgen durch seine beginnende Anwesenheit. Leichter, sage ich, fällt uns dieses Eingeständnis unserer Unwissenheit als der Versuch, in einer offenkundigen Sache den Worten der göttlichen Schrift entgegenzutreten“ (II, 21. 38)

Augustinus betont damit doppelt, dass dem Wortsinn der Schrift zu glauben ist: Es waren sechs Tage im Werden der Schöpfung. Dass dabei der menschliche Verstand nicht erfassen kann, WIE sich in den ersten Tagen der Wechsel vollzogen hat, soll nicht dazu führen, den biblischen Bericht umzudeuten, oder andere Benennungen (wie z.B. tausende von Jahren) zu geben.


Abschließend erklärt er, dass wir von unseren heutigen 24-Stunden-Tagen – die dem Wechsel und der Vergänglichkeit der Zeit unterworfen sind – nicht auf die ersten Schöpfungstage schließen müssen, die vollkommen und ohne Vergänglichkeit waren:

„Unsere Sinne und unsere Erfahrung, zumal in unserer irdischen Sterblichkeit, sind nicht imstande, diesen Tag oder jene Tage, die sich aus seiner Wiederholung ergeben haben, zu begreifen. Aber wenn wir den Versuch machen, sie nur in etwa zu verstehen, dürfen wir uns nicht zu der unbesonnenen Meinung hinreißen lassen, es sei über sie nicht noch anderes, das passender und wahrscheinlicher ist, zu denken möglich. Was die sieben Tage anlangt, die statt jener der Schöpfung die Woche bilden, durch deren Lauf und Rücklauf die Zeiten fortgeführt werden, und in denen jeweils ein Tag von einem Sonnenaufgang bis zum andern dauert, von ihnen sollen wir glauben, daß sie zwar an den Wechsel der Schöpfungstage irgendwie erinnern, ihnen jedoch nicht ähnlich sind, sondern vielmehr ihnen nicht im mindesten gleichen.“ (IV., 27, 44)

Zusammengefasst ausgerückt: Wir dürfen nicht nur das glauben, was wir vollständig verstehen können, sondern sollen dem Glauben schenken, was die Heilige Schrift bezeugt als reale Geschehnisse. Dass uns dunkel bleibt, wie sich reale Tage vollziehen können, ohne dass Gestirne vorhanden waren bzw. bis der Mensch erschaffen wurde, der es bezeugen könnte, soll nicht mit bloßen Wahrscheinlichkeiten gefüllt werden, sondern mit einer „heiligen Scheu“ betrachtet werden, von der Augustinus geprägt ist.


Der abschließende Vergleich ist besonders bemerkenswert: Unsere heutige Sieben-Tage-Woche ist den ersten Schöpfungstagen zwar nicht ähnlich, bezeugt aber, dass es diese ersten Tage in vollkommener Weise gegeben hat, von denen unsere Tage übrig geblieben sind. Augustinus' Erklärung lässt es offen welches das Maß dieser ersten Tage war. Ganz nach dem Motto: „Es steht nicht dort, dass es genau 24 Stunden waren, also muss ich das auch nicht so glauben.“


Es gibt in seiner Schrift weiters die Sicht, dass alle sieben Tagen nur ein einziger waren, der sich in siebenfacher Ausführung vollzog. Ich werde diesen Aspekt von Augustinus im unten stehenden Teil mit Thomas von Aquin bearbeiten, weil dieser ihn in kompakter Weise ausdrückt, wie Augustinus das gemeint haben könnte und wie es in Bezug zu allen Vätern zu verstehen ist. In diesem Punkt unterscheidet sich nämlich Augustinus von allen anderen Kirchenvätern wie Thomas treffend feststellt. (vgl. unten und ST I Q74, A2, R)


Das Faktum für Augustinus ist und bleibt bei aller Auslegung: Es waren sechs Tage, in göttlicher Art und Weise, in denen Gott die Welt in ihrer Ausformung der Materie erschaffen hat – trotz aller dunklen Stellen der Schrift und gerade wegen des Vertrauens in ihren wörtlich, historischen Sinn der Eregnisse der Genesis, der allen Vätern gleich ist.


Cosmas Indicopleustes (ca. 550 n. Chr.)


Schrift: Christliche Topografie

„Aber am Ende der vierzig Tage gab Er [Gott] ihm [Mose] eine neue Gestalt und eine neue Seele und offenbarte ihm alles, was er in sechs Tagen bei der Erschaffung der Welt getan hatte“… (III. Buch)

Und weiter sehen wir hier, dass Mose diese Tage wirklich von Gott gezeigt bekommen hat. Und da Gott nicht betrügen kann, lehrt auch der Kirchenvater Cosmas, dass es Tage sind, die die Engel bezeugen können:

„Alle Engel schauten sich um und betrachteten alle Dinge die Gott machte, die vor deren Augen in  Existenz traten in sechs Tagen und schloßen daraus, dass alle Dinge verschieden und wundervoll waren und zu ihrer freudigen Bewunderung beitrugen“ (III. Buch)

Das bedeutet, es gibt personale Wesen, die die ersten Tage bezeugen können: die Engel! Da jeder Mensch einen Schutzengel hat, kannst du diesen Fragen, ob es wirklich sechs Tage waren. Und du wirst womöglich staunen, welche Antwort er dir geben wird. Anderseits sind nicht alle Engel Gott treu geblieben und jene, die die Lüge tun, werden eben etwas anderes uns einflüstern wollen. Hier sehen wir schon, dass dieser Kampf im geistigen Bereich und nicht im köperlichen geführt wird, weshalb das Gebet eine entscheidende Rolle spielt, damit die Hinweise der Schutzengel mehr gehört werden können, als die Versuchung der bösen Geister, die heute mit ihren Lügen so viele Menschen von der Wahrheit der Bibel abbringen wollen. Die Kirchenväter, wie Cosmas, sind das Schwert mit dem Wort Gottes, das wir ergreifen sollen:

„Für manche  war es möglich,  sich  vorzustellen,  dass,  wenn  es  nach  den  sechs  Tagen  einen  weiteren  Tag  gegeben  hätte,  Gott  noch  andere  Dinge  geschaffen  hätte, aber es gab keinen weiteren Tag nach den sechs, und so hätte er auch nicht noch mehr machen können. … Vielleicht wird wieder jemand fragen: Warum hat er die ganze Schöpfung nicht in einem, oder zwei, oder drei, oder vier, oder fünf, sondern in sechs Tagen [oder viel mehr] geschaffen? Ein solcher Mensch wird erfahren, dass dies die Wahrheit ist – dass, da die Engel vernünftig und wandelbar sind, ein Tag für ihre Unterweisung nicht ausgereicht hätte, wenn das Ganze an einem Tag erschaffen worden wäre, denn sie hätten sicherlich gedacht, dass die Dinge wie so viele innere Bilder verwirrend ins Dasein gebracht und in Unordnung geschaffen worden wären.  Aber Gott, der Allmächtige, hatte für jedes einzelne Werk einen Tag vorgesehen und schuf das Universum in der richtigen Reihenfolge in Teilen, damit es von den Engeln unterschieden und somit besser verstanden werden konnte. Zuerst schuf er am ersten Tag, nachdem sie zusammen mit dem Himmel und der Erde und den Elementen entstanden waren, das Licht vor ihren Augen.  Am zweiten Tag schuf er das Firmament; am dritten Tag sammelte er die Wasser und schuf aus der Erde Bäume und grüne Kräuter.  Am vierten Tag schmückte er den Himmel mit den Leuchtkörpern; am fünften schuf er aus den Wassern Fische und Vögel; und am sechsten Tag schuf er aus der Erde Tiere und Menschen und vollendete all diese Werke in sechs Tagen. … Aus diesem Grund schuf er die ganze Welt in sechs Tagen in Teilen, um die Engel zu unterscheiden und zu unterweisen, die aufgrund ihrer scharfen Intelligenz jeden Tag in der Lage waren, jeden einzelnen Teil des Werks und dessen Schöpfer zu unterscheiden“ (III. Buch)

Schön vom Mönchsvater Cosmas uns auch in Hinblick der Engel klar zu machen, dass sie dieses Werden – die Genese – bezeugen können. Wir sehen auch hier wieder eine einheitliche Glaubenslehre, die in ihrer Vertiefung voranschreitet. Doch wann wurden denn eigentlich die Engel erschaffen? Das ist auch so eine dunkle Stelle der Schrift. Nach dem Zeugnis von Cosmas waren sie schon am ersten Tage erschaffen. Auch das ist einheitliche Meinung unter den Vätern, wie es beispielsweise der nächste Kirchenvater lehrt.


Isidor von Sevilla (ca. 630 n. Chr.)


Schrift: Etymologiae

„Das erste Zeitalter umfasst in seinem Anfang die Erschaffung der Welt. Denn am ersten Tag erschuf Gott unter dem Namen des Lichtes die Engel; am zweiten unter der Bezeichnung des Firmaments die Himmel; am dritten unter dem Wort der Scheidung die Gestalt der Wasser und der Erde; am vierten die Himmelslichter; am fünften die lebenden Wesen aus den Wassern; am sechsten die lebenden Wesen aus der Erde und den Menschen, den er Adam nannte.“ (V. Buch Kap. 39 )

Die Väter ordnen die Engelswelt dem Licht zu. Man könnte sagen, dass das Verstandeslicht, dem jedes körperliches Licht vorausgeht, aber dennoch erschaffenes Licht von Erkenntnis ist, an diesem ersten Tag in den Engeln erschaffen wurde. Da ich diese Auslegung nicht weiter hier verfolgen möchte, erwähne ich bei Isidor seine Rechnung des Erdzeitalters, da er mit allen Väter in Übereinstimmung erklärt:

„Es wird zusammengerechnet die ganze Zeit vom Anfang der Welt bis zum gegenwärtigen zehnten Jahr des ruhmreichsten Fürsten Reccesvinth, welches das Jahr 696 der Ära ist, [und] 5 857 Jahre [seit der Weltentstehung]. Der übrige Zeitraum des sechsten Zeitalters ist allein Gott bekannt. .“ (V. Buch Kap. 39 )

Beda Venerabilis  (730 n. Chr.)


Kommentar zu Genesis (In principium Genesim)


Der Kirchenvater Beda Venerabilis erklärt zum ersten Tag in der Schöpfung folgendes:

„Und so geschieht es am Abend, wenn das Licht beim Untergang allmählich schwindet, nachdem die Zeitspanne seiner täglichen Länge vollendet ist, und es in die unteren Teile der Welt hinabsteigt – so wie es nun gewöhnlich durch den Umlauf der Sonne Nacht für Nacht zu geschehen pflegt. Ebenso geschieht es am Morgen, wenn es allmählich wieder über die Erde zurückkehrt und einen neuen Tag beginnt. Und bis hierher ist ein Tag vollendet, nämlich einer von vierundzwanzig Stunden.“ (I. Buch)

Hier sehen wir, dass diese dunkle Stelle des Augustinus, wohin das Licht des ersten Tages verschwindet, bei für Beda eine einfache Antwort finden kann und so in den Abgrund verschwindet, von wo es wieder aufgeht. Eine eher körperliche Auslegung einer dunklen Stelle, die legitim ist, da es hier keinen Konsens und keine Offenbarung von Gott gibt. Somit sehen wir verschiedene Auslegung, aber dasselbe Faktum: ein Tag.

Der Kirchenvater weiter:

„Durch diese Ausdrucksweise mahnt uns die Schrift aufmerksam, zu erkennen, dass das geschaffene Licht beim Untergang die unteren Bereiche des Erdkreises erleuchtet hat. Denn wenn dies nicht so wäre, sondern vielmehr nach dem Geschehen des Abends alles allmählich ganz unterginge und dann wiederum am Morgen allmählich erneuert auferstünde, dann würde man nicht erst am Morgen des folgenden Tages, sondern vielmehr schon am Abend des ersten sagen, dass ein einziger Tag vollendet sei. Deshalb zog sie es auch vor, von „Abend und Morgen“ zu sprechen und nicht von „Nacht und Tag“, um anzudeuten, dass damals der Vorgang des ursprünglichen Lichtes in einem Umlauf geschah, wie er jetzt durch den Umlauf der Sonne Tag und Nacht bewirkt wird.“ (I. Buch)

Wie schon Augustinus bemerkte, dass das geschaffene Licht nicht einfach ausgelöscht werden kann, sondern sich in Bewegung befinden müsse, wonach Licht und Finsternis wechseln. Das bedeutet nach Beda, dass das Licht in den Abgrund steigt und dann natürlich dieser hell wird, dafür aber die Erde wieder finster. Damit haben wir auf Erden einen Wechsel von Licht und Finsternis. Und wie die anderen Väter stimmt Beda mit ein, wenn er sagt, dass Sonne und Gestirne in diese Bewegung hineingeschaffen wurden und uns das bis heute sichtbar machen. Aber es unterscheidet sich die Finsternis der ersten drei Tage von den weiteren:

„Dies gilt mit dem einzigen Unterschied, dass nach der Erschaffung der Gestirne auch die Nacht von ihrem eigenen Licht durchflutet wird, wenn auch in geringerem Maß als der Tag. Während jener ersten drei Tage aber blieb sie völlig finster und dunkel. Denn es war in jeder Hinsicht angemessen, dass der Tag, der mit dem Licht beginnt, bis zum Morgen des folgenden Tages ausgedehnt wurde, damit deutlich werde, dass die Werke dessen, der das wahre Licht ist und in dem keinerlei Finsternis ist, mit dem Licht ihren Anfang nehmen und dass alles im Licht vollendet wird.“ (I. Buch)

Und auch Beda bringt die Bedeutung der Zahl Sechs ebenfalls ins Spiel:

„Und es geschah Abend und Morgen: der sechste Tag. So wurden Himmel und Erde vollendet und all ihr Schmuck. Die Sechszahl gilt als vollkommen, weil sie als erste durch ihre eigenen Teile erfüllt wird: nämlich durch ihr Sechstel, das eins ist, und ihr Drittel, das zwei ist, und ihre Hälfte, das drei ist. Denn eins, zwei und drei ergeben sechs – eine Eigenschaft, die du bei den Einerzahlen nirgends sonst findest, und bei den Zehnerzahlen nur noch bei der Zahl achtundzwanzig.“ (I. Buch)

Mit dieser Unterteilung der Zahl Sechs arbeitet vor allem dann Thomas v. Aquin in seiner Summa Theologica. Sie wird für ihn bestimmend, indem er die Zahl Sechs durch die drei Teile erklärt, die Beda hier erwähnt. Weshalb ich nun mit Beda diesen Durchgang bei den Kirchenvätern abschließen möchte und zu Thomas von Aquin wechsle.


2. Die Lehre der Kirchenväter zusammengefasst in der Summa Theologica vom Heiligen Thomas v. Aquin (13. Jhdt)


Thomas bildet für mich fast etwas wie einen Abschluss der Kirchenväter, da er mit seiner Theologie viele Väter zitiert zusammenfasst. Wir haben bisher gesehen, dass alle Väter von sechs Tagen gesprochen haben, wenn auch der Zeitraum der einzelnen Tage nicht einheitlich war und die Bedeutung ihrer Vollkommenheit grundlegend ist. Wie bereits erwähnt teilt Thomas die sechs Tage in drei Arten auf:

„Ich antworte, daß die Schrift (Gen. 2, 1.) ein dreifaches Werk unterscheidet: „Also vollendet sind Himmel und Erde und all ihre Ausschmückung.“ Die drei Werke sind: 1. Die Erschaffung von Himmel und Erde, insoweit sie formlos waren; 2. die Trennung, wodurch jedes seine es von anderem unterscheidende und vollendende substantiale Form erhielt; 3. die Ausschmückung.“ (ST Q70, A1, R1)

Diese Beachtung der Aufteilung ist bei Verständnis von Thomas zu Gensis 1 wichtig. Da er auf Basis der scholastischen Philosophie seine theologischen Argumente begründet, muss ich zudem kurz erklären, was erste Prinzipien sind.


Unter erste Prinzipien versteht man eine Art geistiges Naturgesetz, dem alles was existiert (geistig, oder materiell) untersteht. Ein erstes Prinzip ist beispielsweise das der Widerspruchslosigkeit:

Entweder etwas ist, oder es ist nicht. – „Sein oder nicht Sein.“

Es kann nicht etwas zur gleichen Zeit Sein UND Nichtsein. Entweder ist etwas, oder ist nicht.

Alles untersteht diesem Prinzip. Weil es aus dem "Prinzip" überhaupt hervorgeht, das Gott ist. So ist das Ähnlichkeitsprinzip, dass dass was etwas hervorbringt, diesem ähnlich sein muss. So ist das Sein Gottes die Bedingung für das Sein von jeglichem anderen geschaffenen Ding. Ich möchte hier keine weiteren Prinzipien durchgehen, aber so bekommt der Leser eine Vorstellung was mit Prinzipien gemeint ist. Sie liegen allem was ist zugrunde.


Zurück zu Thomas. Wenn wir nun seine Auslegung lesen, werden wir sehen, warum diese Prinzipien von Bedeutung sind. Er sagt:

„Von der Betrachtung der geistigen Geschöpfe gehen wir zu der Betrachtung der körperlichen Geschöpfe über, in deren Erschaffung, wie die Heilige Schrift erwähnt, drei Werke zu finden sind, nämlich das Werk der Schöpfung, wie es in den Worten gegeben ist: „Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde“; das Werk der Unterscheidung, wie es in den Worten „Er schied das Licht von der Finsternis und die Wasser, die über der Feste, von den Wassern, die unter der Feste“ zum Ausdruck kommt; und das Werk der Ausschmückung, das so ausgedrückt wird: „Es werden Lichter an der Feste“. Zuerst müssen wir also das Werk der Schöpfung betrachten, dann das Werk der Unterscheidung und schließlich das Werk der Ausschmückung.“ (ST I Q65)

Er teilt also den Schöpfungsbericht in diese drei Teile und nicht nur sechs Tage auf. Mit den bereits gewonnen Wissen über die Kirchenväter wissen wir, dass der erste Tag nicht der erste war, sondern überhaupt einmal die Definition des Tages selbst. Das meint Thomas, wenn er vom ersten Werk als „Erschaffung“ spricht. Zuerst muss überhaupt einmal das geistige Prinzip geschaffen werden, bevor etwas ein Tag werden kann. Denn aus den ersten Prinzipien folgt, wenn Gott ist und nicht zugleich nicht-ist, fließt alles aus diesem Sein Gottes heraus. Und das meint Erschaffung: etwas das nicht ist ins Sein zu bringen. Das ist aber ein qualitativ unmöglicher Schritt für etwas, das kein Sein hat. Dieses von einem unendlichen Nicht-Sein in ein Sein zu bewegen braucht jemanden der das Sein hat. Das nennen wir Gott. Daher hat dieser Tag nicht den Charakter eines Tages, sondern eines Wunders, da er nicht aus einem anderen Tag, oder eines Prinzipes eines Tages hervorgeht, sondern von Nichts ins Sein kommt. So erklärt Thomas den ersten Tag mit "einen" Tag und erst die die darauffolgenden Tage mit den Reihenzahlen. Da diese dann aus dem Prinzip des Tages hervorgehen können. Dementsprechend wäre das erste Prinzip des ersten Tages ein geistliches und damit jeglicher zeitlichen Einordnung von 24 Stunden etc. enthoben, was wiederum mit der Auslegung von Ambrosius in übereinstimmung wäre. Hier folgt die Aufzählung von Thomas:

„Als nächstes müssen wir uns mit dem Werk der Unterscheidung befassen: erstens mit der Ausrichtung der Schöpfung auf die Unterscheidung, zweitens mit der Unterscheidung selbst.“ (ST I Q66) „Als nächstes müssen wir uns mit der Arbeit des zweiten Tages befassen.“ (ST I Q68) „Als nächstes betrachten wir die Arbeit des dritten Tages.“ (ST I Q69) „Als nächstes müssen wir uns mit der Arbeit der Ausschmückung befassen, zunächst in Bezug auf jeden einzelnen Tag, dann in Bezug auf alle sieben Tage im Allgemeinen. Zunächst betrachten wir also die Arbeit des vierten Tages, dann die des fünften Tages, dann die des sechsten Tages und schließlich die Angelegenheiten, die zum siebten Tag gehören.“ (ST I Q70)

Wir sehen damit, dass Thomas – wie alle Väter – ebenso von Tagen spricht und sie zitiert, also unser Verständnis weiterhin bestärkt. Wir wollen aber nun noch besser verstehen was diesen „ersten“ Tag betrifft:

„Am ersten Tage wurde der allgemeine Unterschied zwischen Tag und Nacht hergestellt. Die besonderen Unterschiede aber, wonach ein Tag wärmer ist als der andere, ein Jahr oder eine Zeit anders beschaffen wie die andere, kommen von den verschiedenartigen Bewegungen der Himmelskörper und somit vom vierten Tage.“ (ST I Q70. A2, R3)

Hier spricht er vom „allgemeinen Unterschied“, den nicht Sonne und Gestirne ausmachen, wie wir schon bei den Vätern gesehen haben. Darin offenbart sich überhaupt die Ordnung: Erstens musste das Licht erschaffen werden. Als zweiten Schritt musste es nun getrennt werden, um den Unterschied zwischen Tag und Nacht bestimmen zu können. Nach diesem folgte der dritte Schritt, die körperliche Ausschmückung, am vierten Tag durch die Gestirne.

„Ich antworte, daß die Ursache für die Unterscheidung dieser Tage oben angegeben worden. (Q. 70, A.1) Denn zuerst mußten die Teile der Welt voneinander getrennt und dann ein jeder wie mit seinen Bewohnern geschmückt werden.“ (ST I Q74, A1, R1)

Das führt zu der Frage, ob Thomas die Zeit mit der Materie gleichzeitig sieht, oder unabhängig. Dazu fragt er:

„Wurde die Zeit gleichzeitig mit der formlosen Materie erschaffen?“ (ST I Q66)

Seine Antwort:

„So wie nach Ansicht einiger heiliger Schriftsteller die Materie in gewisser Weise formlos war, bevor sie ihre vollständige Form erhielt, so war auch die Zeit in gewisser Weise formlos, bevor sie vollständig geformt und in Tag und Nacht unterschieden wurde.“ (ST I Q66, A4, R2)

Demnach zieht sich das Prinzip der Erschaffung durch alle Bereiche. So wie die Erde erschaffen, getrennt und ausgestaltet (geschmückt) werden musste (1. Ununterschieden in Erschaffung, 2. Wasser-Land getrennt, 3. mit Gestirnen, Pflanzen, Tieren, Menschen ausgeschmückt), genau dasselbe betraf auch die Zeit. Sie war wie die Erde anfangs formlos, d.h. das Zeitmaß war noch nicht erschaffen. Also haben Zeit und Materie dieselben Prinzipien, wonach folgen muss: Zuerst muss Zeit vorhanden sein, um ihr dann ein Maß zu geben, wie auch zuerst Materie vorhanden sein muss, um sie dann zu gestalten.

Demnach sind auch dann die materiellen Dinge, wie Sonne, Mond und Sterne, auf diese zeitliche Struktur aufgehängt:

„Wenn die Bewegung des Firmaments nicht sofort von Anfang an begann, dann war die Zeit, die ihr vorausging das Maß, nicht wegen der Bewegung des Firmaments, sondern wegen der ersten Bewegung jeglicher Art. Es ist nur zusätzlich zur Zeit, dass die Bewegungen des Firmamentes sie anzeigen, weil die Zeit durch die erste Bewegung bestimmt wurde. Wäre die erste Bewegung jedoch eine andere gewesen, dann wäre die Zeit ihr anderes Maß gewesen, denn alles weitere wird anhand der ersten seiner Art gemessen. Und es muss zugegeben werden, dass es von Anfang an eine Bewegung irgendeiner Art gab, zumindest in Konzepten und Empfindungen des engelhaften Geistes: Eine Bewegung ohne Zeit ist nicht möglich, da Zeit nichts anderes ist als „das Maß für Vorrang und Abfolge in der Bewegung.“ (ST I Q66, A4, R3)

Gott hätte jedes Maß für die körperliche Ausschmückung wählen können (einfach ausgedrückt), und wie Er sich dafür entschieden hat, zeigt uns die Realität, sich uns empirisch entzieht, da wir nicht anwesend waren. Für Thomas wären aber anhand der ersten Prinzipien möglich: Was die Zeitdauer der Tage am Anfang war, könnte sie auch heute sein, denn das Prinzip – Kozept – ändert sich nicht. Es ist geistlicher Natur. Die Frage wäre, ob die Sonne im gleichen Maß der Bewegung gewesen wäre, oder die Zeitdauer einer anderen Ornung am Anfang folgte. Zur Verdeutlichung von Konzepten: Ein Baum war im Paradies genauso ein Baum wie unserer. Ein Mensch war im Paradies das gleiche Wesen wie wir. Durch den Sündenfall kam nur die Vergänglichkeit in die materielle Welt, nicht aber eine Änderung der Prinzipien in der geistlichen, oder eine Veränderung der Konzepte der Dinge. Der Tag ist aber ein Prinzip oder Konzept und kein körperliches Ding wie die Sonne und Gestirne. Die Sonne und Gestirne können nun vergehen, weil sie körperlich sind und vom Sündenfall betroffen sind, der Tag aber nicht, weil er nicht der körperlichen Welt angehört. Den Tag bestimmt nicht die Zeit von 24 Stunden, sondern die Abfolge von Licht und Finsternis, wie wir zur genüge gesehen haben.

Die ersten Tage, an dem immer ein Zuwachs OHNE vergehen oder sterben stattfand und am sechsten Tag vollendet wurde, wird durch den Sündenfall nicht verändert, Dieser kommt einfach immer wieder. Das zeitliche Vergehen innerhalb der zeitlichen Dauer der Tage bewirkte der Sündenfall und hat somit Auswirkungen auf den "Inhalt" der Tage, nicht den Tag selbst. Ob das Maß für den Tag dasselbe war wie heute bleibt offen. Ebenfalls eine dunkle Stelle zu der die Schrift schweigt.

Wie nun Zeit und Materie zusammenspielen erklärt Thomas weiter, um zu einer Antwort auf dei Frage zu kommen, ob Zeit vor der Materie geschaffen wurde:

„Es wird jedoch von mehreren Arten der Formlosigkeit in Bezug auf das körperliche Geschöpf gesprochen. Eine davon finden wir dort, wo wir lesen, dass die Erde wüst und leer war, und eine andere dort, wo gesagt wird, dass Finsternis über der Tiefe lag. Nun scheint es aus zwei Gründen erforderlich zu sein, dass die Formlosigkeit der Finsternis zuerst durch die Erzeugung von Licht beseitigt werden muss. Erstens, weil Licht eine Eigenschaft des ersten Körpers ist, wie bereits gesagt wurde (A. 3), und es daher angemessen war, dass die Welt durch das Licht zuerst ihre Form erhielt. Der zweite Grund ist, dass Licht eine allgemeine Eigenschaft ist. Denn Licht ist sowohl den irdischen als auch den himmlischen Körpern gemeinsam. Aber so wie wir im Wissen von allgemeinen Prinzipien ausgehen, so verfahren wir auch bei jeder Art von Arbeit. Denn das Lebewesen wird vor dem Tier erzeugt, und das Tier vor dem Menschen, wie in De Gener. Anim. ii, 3 gezeigt wird. Es war daher als Beweis der göttlichen Weisheit angemessen, dass unter den Werken der Unterscheidung die Erzeugung des Lichts an erster Stelle stehen sollte, da Licht eine Form des primären Körpers ist und weil es eine allgemeinere Eigenschaft ist.Basilius fügt noch einen dritten Grund hinzu: dass alle anderen Dinge durch das Licht offenbar werden. Und es gibt noch einen vierten Grund, der bereits in den Einwänden angesprochen wurde: dass es keinen Tag geben kann, wenn es kein Licht gibt, das daher am ersten Tag geschaffen wurde.“ (ST Q67, A4, R)

Hier sehen wir warum es gut ist ein Verständnis über erste Prinzipien gewonnen zu haben. Thomas sagt, dass wir im Wissen „von allgemeinen Prinzipien ausgehen“. Prizipien, die wir heute vorfinden, legen Zeugnis für den Anfang ab, an dem sie erschaffen wurde. So legen Sonne, Mond und Sterne, als Ausschmückung des geistigen Prinzipes der Zeit Zeugnis für deren Dauer ab. Oder mit einem konkreten Beispiel ausgedrückt: was machen wir Menschen beim Filmemachen, wenn wir nicht 24 Stunden verfilmen wollen, sondern 6 Tage einem Zuschauer in 10 Minuten äsentieren möchten? Wir machen Aus- und Einbledungen! D.h. Wir lassen einen Tag zu Ende gehen, indem wir im Film ausblenden – es schwarz werden lassen – und dann wieder einblenden und den nächsten Tag zeigen. Wenn wir diesen dann wieder ausblenden und es schwarz werden lassen, ist im Film wieder ein Tag vergangen etc. D.h. dieses für uns vorfindbare Prinzip in Filmen zeigt uns die Wahrheit des Prinzipes des Tages: Licht-Finsternis-Licht ist das ZEICHEN für die Realität eines Tages. Im Film legen wir das „Maß“ fest und können in einem 10 Minuten Clip auch 6 Tage zeigen, obwohl es real 24 Stunden sind.

Wenn wir Menschen solche Prinzipien vorfinden, kommen sie, weil sie Gott am Anfang im Tag erschuf mit diesem Prinzip von Licht-Finsternis-Licht, dem alles Geschaffene folgen muss. Wir können also festhalten, dass Materie wie auch Zeit alle zuerst ein Prinzip brauchten und somit alles am ersten Tag in ihren Prinzipien erschaffen wurde, auch das Prinzip von Materie.


Wenn Thomas Einwände beachtet, die auch heute von Menschen getätigt werden, die nicht glauben, so lohnt es seine Anwort darauf zu lesen:

Einwand: „Es scheint, dass das Firmament nicht am zweiten Tag gemacht wurde.“ (ST I Q68, A1, Q1) Thomas: „Ich antworte, dass in der Diskussion solcher Fragen zwei Regeln zu befolgen sind, wie Augustinus lehrt. Die erste ist, dass die Wahrheit der Heiligen Schrift unerschütterlich [inconcusse] einzuhalten ist. Die zweite, dass die Heilige Schrift in mehreren Weisen ausgelegt werden kann und jemand nur in der Art an einer speziellen Auslegung festhalten soll, dass er jederzeit bereit ist sie loszulassen, wenn sie als falsch erwiesen wurde“ (ST I Q 68, A1, R)

Das war das bei Augustinus erwähnte Zitat, das nun Thomas als Grundsatz bringt. Die Schrift lehrt helle und dunkle Stellen. Die hellen sind klar und verständlich und müssen unerschütterlich festgehalten werden. Und das betrifft die stattgefundenen sechs Tage. Bei aller symbolischen, oder anderen Deutung, muss unerschütterlich sein, was Gott geoffenbart hat, dass es der Wahrheit entsprechen muss, da Gott uns mit Seinem Wort nicht betrügen kann.

Weiter sehen wir:

„Und um zu zeigen, dass das Wort hier in einem mehrdeutigen Sinn verwendet wird, wird ausdrücklich gesagt, dass Gott das Firmament Himmel nannte; genauso wie in einem vorhergehenden Vers gesagt wird, dass Gott das Licht Tag nannte (da das Wort Tag auch verwendet wird, um einen Zeitraum von vierundzwanzig Stunden zu bezeichnen).“ (ST I Q 68 A1 R1)

Nun haben wir bei Thomas eine Aussage, dass er die ersten Tage ebenso als 24 Stunden Tage gesehen werden können, da das heutige vorgefudene Prinzip sehwohl bereits von Anfang vorhanden gewesen sein kann. Da kommt Thomas auch auf den Einwand zu sprechen, den ich bei Augustinus bereits angekündigt habe:

„Sind alle diese Tage ein einziger Tag?“ (ST I Q74 A2)

Diese Frage beschäftigt Thomas, weil Augustinus als anerkannter Kirchenvater an dieser Auslegung festhält und sich Thomas fragt, wie er Augustinus in diesem Punkt verstehen könne, um noch in der überlieferten Wahrheit der Schrift und ihrer Väter feststehen zu können:

„Ich antworte, dass sich in dieser Frage Augustinus von allen anderen Vätern unterscheidet. Seine Meinung ist, dass die Anzahl der Tage deshalb mit sieben bezeichnet wird, weil es ein Tag in siebenfachen Aspekten war, während die anderen sagen, dass es sieben voneinander unterschiedene Tage waren und nicht nur einer. … Wenn aber diese beiden verschiedenen Erklärungen auf die Art der Erschaffung hin bezogen werden, findet sich darin diese Unterscheidung nicht mehr“ (ST I Q74 A2 R)

Thomas löst diesen vermeintlichen Widerspruch auf. Wenn die ersten Prinzipien nicht gebrochen werden dürfen und ein Tag im Wechsel von Licht und Finsternis sich vollzieht, kann es nicht zugleich ein Tag und sechs Tage gewesen sein. Das fordert das Prinzip der Widerspruchslosigkeit. Es müssen sechs einzelne gewesen sein, sonst wäre die Bennenung durch Gott falsch und der kann ja nicht betrügen. Aber dann läge Augustinus wieder falsch. Thomas löst es so auf, dass man die Anzahl von einem Tag auf die Erschaffung beziehen müsse und nicht auf die Trennung und Ausschückung der erschaffenen Dinge.

Dem Leser soll nun klar werden, warum anfangs von mir die drei Arten von Thomas erwähnt wurden: 1. Erschaffung, 2. Trennung, 3. Ausschmückung.

D.h. das Verständnis von Augustinus bezieht sich auf die Erschaffung, nicht auf die Trennung, oder Ausschmückung.

Wenn Gott wusste, dass Er den Menschen erschaffen wird und Er wusste wie dieser aus Geist und Materie zusammengesetzt wird, und was Er dazu braucht, so war das alles im Anfang schon klar, sonst hätte Gott ja nicht seinen Plan ausführen können. Es wurde damit schon zu beginn die Reihenfolge festgelegt, sodass am Ende dieses Ergebnis herauskommt. Das Prinzip aller erschaffenen Dinge, nach denen alles ausgeformt werden sollte in Trennung und Ausschmückung, dieses war schon am ersten Tag erschaffen.


Und das meint Augustinus, dass alle materiellen Dinge bereits am ersten Tag im Plan feststanden und somit erschaffen waren, aber noch nicht ausgeformt. Es war schon am Anfang klar, dass es Wolken, Bäume, Pflanzen, Tiere, Menschen geben wird. Und dies haben nach Thomas auch die Engel bereits gesehen. Alles aber nur in ihrer Möglichkeit – Potentialität – nach, wie es Thomas ausdrückt und noch nicht in ihrer Ausführung. Die Ausformung dieser Prinzipien vollzog sich dann in den nächsten fünf Tagen, in der alles Gestalt annahm, das am Anfang noch formlos war.

Beispielsweise war nur die Form eines Hundes erschaffen, aber es gab noch keinen real existierenden Hund, da die Erde noch formlos war am ersten Tag und das Wesen aller Dinge in dieser ungeformten Erde erst herausgestaltet werden musste. Dass es Hunde geben wird, war klar und welche Einzelheiten ein Hund haben wird etc., aber die konkreten Hunde wurden erst am sechsten Tag in ihrer Formung der Erde zu lebendigen Wesen. Mit dieser Erklärung hoffe ich ein wenig Licht in die Sache gebracht zu haben.


Weiter Thomas:

„Denn Augustinus versteht unter dem Wort „Tag“ das Erkennen im Geist der Engel, und daher bezeichnet seiner Meinung nach der erste Tag ihr Erkennen über das erste der göttlichen Werke, der zweite Tag ihr Erkennen über das zweite Werk und so weiter. So wird also gesagt, dass jedes Werk an einem dieser Tage vollbracht worden sei, insofern Gott nichts im Universum vollbracht habe, ohne das Wissen davon in den Geist der Engel einzuprägen; diese können viele Dinge gleichzeitig erkennen, insbesondere im Wort, in dem alles Erkennen der Engel vollendet und verwirklicht ist. Die Unterscheidung der Tage bezeichnet also die natürliche Ordnung der bekannten Dinge und erfordert kein Fortschreiten des Erkennens oder der Ausführung in der materiellen Welt. Darüber hinaus wird das Erkennen der Engel zu Recht als Tag bezeichnet, da das Licht, die Ursache des Tages, in geistigen Dingen zu finden ist, wie Augustinus bemerkt (Gen ad lit. IV., 28). Nach Meinung der anderen bedeuten die Tage jedoch eine Abfolge sowohl in der Zeit als auch in den geschaffenen Dingen.“ (ST I Q74 A2 R)

Daher auch der Sinn, warum alles in einem Tag erschaffen sein kann, aber in der Ausführung noch weitere fünf Tage brauchen kann. Die Engel sahen sozusagen alle Tage in einem Tag, aber in der Schöpfung war die reale Ausführungszeit sechs Tage lang - sieben, wenn man diesen auch mitzählt. Das meint Augustinus mit einem Tag in siebenfacher Ausführung.

Man kann das mit dem Hausbau vergleichen, wenn auch nur in sehr groben Maß:

Ich könnte den ganzen Plan für ein Haus in einem Tag festlegen, sehen und erkennen, aber wenn das Haus gebaut werden soll, muss ein Loch gegraben werden, ein Fundament gelegt, Mauern aufgezogen, ein Dach aufgestellt und am Ende das Innenleben gestaltet werden. Die Ausführung (Hausbau) braucht die Zeit und nicht die Erschaffung (Planung). Und so vereint Thomas beide Auslegungen:

„Wenn man diese beiden Erklärungen jedoch im Hinblick auf die Art der Schöpfung betrachtet, stellt man fest, dass sie sich nicht wesentlich unterscheiden, wenn man die bereits dargelegte Meinungsverschiedenheit zwischen Augustinus und anderen Autoren in zwei Punkten berücksichtigt (Q67, A1; Q69, A1). Erstens, weil Augustinus die Erde und das Wasser als zuerst geschaffen betrachtet, um Materie ohne jede Form zu bezeichnen; die Erschaffung des Firmaments, die Sammlung der Wasser und das Erscheinen des trockenen Landes hingegen, um die Prägung von Formen auf körperliche Materie zu bezeichnen. Andere heilige Schriftsteller betrachten jedoch die Erde und das Wasser als zuerst geschaffen, um die Elemente des Universums selbst zu bezeichnen, die in den richtigen Formen existieren, und die folgenden Werke, um eine Art Unterscheidung in zuvor existierenden Körpern zu bezeichnen, wie ebenfalls gezeigt wurde (Q67, A1, R4; Q69, A1). Zweitens vertreten einige Schriftsteller die Ansicht, dass Pflanzen und Tiere tatsächlich im Werk der sechs Tage geschaffen wurden; Augustinus hingegen, dass sie potenziell geschaffen wurden. Nun steht die Auffassung des Augustinus, dass die Werke der sechs Tage gleichzeitig stattfanden, mit beiden Ansichten über die Art der Schöpfung im Einklang. Denn die anderen Schriftsteller stimmen mit ihm darin überein, dass bei der ersten Schöpfung der Dinge die Materie in der wesentlichen Form der Elemente existierte, und sie stimmen mit ihm auch darin überein, dass bei der ersten Erschaffung der Welt Tiere und Pflanzen noch nicht tatsächlich existierten. Es bleibt jedoch ein Unterschied in vier Punkten bestehen: Denn nach der letzteren Ansicht gab es nach der Erschaffung der Geschöpfe eine Zeit, in der es kein Licht gab, das Firmament noch nicht gebildet war und die Erde noch von Wasser bedeckt war, und auch die Himmelskörper waren noch nicht gebildet, was der vierte Unterschied ist; dies steht nicht im Einklang mit der Erklärung des Augustinus.“ (ST I Q74 A2 R)

Obwohl Thomas nun Augustinus in Einklang gebracht hat im Verständnis, so findet er dennoch eine kleine Unstimmigkeit, die er dann aber in fünf Schritten auflöst:

„1. An dem Tag, an dem Gott Himmel und Erde schuf, schuf er auch alle Pflanzen auf dem Feld, zwar nicht tatsächlich, sondern bevor sie aus der Erde sprossen, das heißt potenziell. Und dieses Werk schreibt Augustinus dem dritten Tag zu, andere Schriftsteller hingegen der ersten Erschaffung der Welt. 2. Gott schuf alle Dinge zusammen, soweit es ihre Substanz betrifft, in gewisser Weise formlos. Aber er schuf nicht alle Dinge zusammen, soweit es die Gestaltung der Dinge betrifft, die in Trennung und Ausschmückung liegt. Daher ist das Wort „Erschaffung“ am Wichtigsten. 3. Am siebten Tag hörte Gott auf, neue Dinge zu erschaffen, aber nicht, für deren Vermehrung zu sorgen, und zu dieser letzteren Aufgabe gehört es, dass auf den ersten Tag weitere Tage folgen. 4. Nicht alles wurde gleichzeitig erschaffen und ausgeschmückt, nicht weil Gott dazu nicht in der Lage gewesen wäre, sondern damit bei der Erschaffung der Welt die richtige Reihenfolge eingehalten werden konnte. Daher war es angemessen, den verschiedenen Zuständen der Welt unterschiedliche Tage zuzuweisen, da jedes nachfolgende Werk der Welt einen neuen Zustand der Vollkommenheit hinzufügte. 5. Nach Augustinus bezieht sich die Reihenfolge der Tage auf die natürliche Reihenfolge der den Tagen zugeschriebenen Werke.“ (ST I Q74, A2, R1-5)

Hier sehen wir wieder den roten Faden des Hl. Thomas: man muss zwischen Erschaffung, Trennung und Ausschmückung unterscheiden, um zu verstehen was gemeint ist. Der Tag wurde zwar einmal erschaffen aber „reproduziert“ sich in den weiteren fünf Tagen – ähnlich wie die Pflanzen die erschaffen wurden sich weiter reproduzieren. Deshalb kann auch eine Form am ersten Tag erschaffen sein, aber ihre Ausformung und Gestaltung – ihre Produktion – dann erst am dritten Tag stattfinden. So wie sich der Tag oder Pflanzen reproduzieren ab dem Zeitpunkt wo sie in Erscheinung treten, war die Möglichkeit überhaupt „in Erscheinung zu treten“ am ersten Tag festgelegt. Und so erfüllte sich der Plan, der im ersten Tag enthalten war, indem Gott an jedem Tag ausführte, wie es der Plan vorgesehen hatte. Das meint aber nicht im Sinne der Evolution, dass es sich ohne Gottes tun hätte ausformen können, sondern nur, dass im ersten Tag der Plan enthalten war, WANN Gott sprechen wird und es geformt wird was er festlegte. Der erste Tag enthält nur die Übersicht, wann Gott zeitlich handelt.

So vereint Thomas diese Sichtweise des Augustinus mit dem Verständnis aller Väter, die sechs Tage für die Erschaffung der Welt glaubten.


Thomas beendet seine Fragen über Genesis mit einer erstaunlichen Aussage – das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss:

„Die Worte „ein Tag“ werden verwendet, wenn der Tag zum ersten Mal eingeführt wird, um zu bezeichnen, dass ein Tag aus vierundzwanzig Stunden besteht. Durch die Erwähnung von „ein“ wird somit das Maß eines natürlichen Tages festgelegt.Ein weiterer Grund ist, dass ein Tag durch die Rückkehr der Sonne zu dem Punkt, an dem sie ihren Lauf begonnen hat, abgeschlossen wird.Und noch ein weiterer Grund ist, dass nach Ablauf einer Woche von sieben Tagen der erste Tag wiederkehrt, der mit dem achten Tag identisch ist. Die drei oben genannten Gründe sind diejenigen, die Basilius (Hom. ii in Hexaem.) anführt.“ (ST I Q74, A3, R7)

Thomas sagt als Abschlussatz, als wolle er vielleicht alle Überlegeungen damit abschließen: Das Maß eines natürlichen Tages hat 24 Stunden, das im Anfang der Natur hineingeprägt wurde – geistlich stattfindend und materiell im körperlichen Ausdruck verwirklicht.

 

3. Was sagt das Lehramt der Kirche zu den Schöpfungstagen?


Als die Irrlehren über die Schöpfung und ersten sechs Tage immer mehr zunahmen, mit der Evolutionstheorie die Universtäten erreichten und sogar bis in die Theologie hineindrangen, sah das unfehlbare Lehramt der Kirche eine Notwendigkeit auf manche Fragen eine Antwort zu geben. Die Kirche hat auf Fragen der Exegese – die Frage nach der Auslegung der Bibel – eine Katholische Antwort gegeben, die heute nichts an Aktualität verloren hat:

„Frage 1: Stützen sich die verschiedenen exegetischen Lehrgebäude, die zum Ausschluß des wörtlichen, historischen Sinnes der drei ersten Kapitel des Buches genesis ausgedacht und unter dem Schein der Wissenschaftlichkeit verfochten wurden, auf eine feste Grundlage? Anwort: Nein.“ (Bibelkommission 30.6.1909, DH 3512, Hervorhebung im Original)

Hier stellte die Kirche klar, dass eine Exegese, die die ersten drei Kapitel des Buches Genesis als unhistorisch und REIN ausgedacht abtut, keine Grundlage hat und daher auch nicht zum katholischen Verständnis der Bibel gehört.

„Frage 2: Kann, trotz der historischen Eigenart und Form des Buches Genesis, der besonderen Verbindung der drei ersten Kapitel untereinander und mit den folgenden Kapiteln, des vielfältigen Zeugnisses der Schriften sowohl des Alten als auch des Neuen Testamentes, der fans einmütigen Auffassung der heiligen Väter und der traditionellen Meinung, die auch vom israelitischen Volk übermittelt, die Kirche immer festgehalten hat,gelehrt werden, dass die eben genannten drei Kapitel der Genesis keine Erzählung wirklich geschehener Dinge enthalten,die nämlich der objektiven Realität und historischen Wahrheit entsprechen; sondern entweder Sagenhaftes, das den Mythologien und Kosmogonien der alten Völker entnommen und vom heiligen Verfasser nach Reinigung von jeglichem Irrtum des Polytheismus der monotheistischen Lehre angepasst wurde; oder Gleichnisse und Symbole, die der Grundlage der objektiven Realität entbehren und unter dem Schein der Geschichte vorgelegt wurden, um religiöse und philosophische Wahrheiten einzuschärfen; oder schließlich teils historische und teils erdachte Legenden, die zur Unterweisung und Erbauung der Herzen frei zusammengesellt wurden? Antwort: Nein zu beiden Teilen.“ (Bibelkommission 30.6.1909, DH 3513, Hervorhebung im Original)

Die Frage enthält zwei Teile:


Im ersten wird beantwortet, dass – positiv ausgedrückt – die ersten drei Kapitel der Genesis wirkliche geschehene Dinge sind, und es nicht möglich ist, sie zu leugnen.


Im zweiten wird gesagt, dass der Genesisbefund keine Zusammenstellung von irgendwelchen Sagen, Mythen oder sonstigen Dingen anderer Völker, Kulturen oder sonstiges ist, sondern eine Offenbarung durch Gott.

„Frage 3: Kann insbesondere der wörtliche, historische Sinn in Zweifel gezogen werden, wo es sich um in ebendiesen Kapiteln erzählte Tatsachen handelt, die die Grundlagen der christlichen Religion berühren: als da sind, unter anderem, die von Gott am Anfang der zeit getätigte Erschaffung aller Dinge; die besondere Erschaffung des Menschen; die Bildung der ersten Frau aus dem ersten Menschen; die Einheit des Menschengeschlechtes; die ursprüngliche Glückseligkeit der Stammeltern im Stande der Gerechtigkeit, Unversehrtheit und Unsterblichkeit; das dem Menschen von Gott gegebene Gebot, um seinen Gehorsam auf die Probe zu stellen; die Übertretung des göttlichen Gebotes aufgrund der Einflüsterung des teufels unter der Gestalt der Schlange; die Vertreibung der Stammeltern aus jenem ursprünglichen Stand der Unschuld; sowie die Verheißung des künftigen Widerherstellens? Antwort: Nein.“ (Bibelkommission 30.6.1909, DH 3514, Hervorhebung im Original)

Wie ich anfangs erwähnt habe stellt also die Schöpfung die GRUNDLAGEN DER CHRISTLICHEN RELIGION dar und ist keine Nebensache. Wir sollten auf die Kirche hören, die die Schöpfung als zentrales Glaubensthema sieht. Hier stellt die Kirche klar, was immer Lehre war und was historisch alles tatsächlich so stattgefunden hat, wie es in Genesis berichtet ist. Erwähnenswert ist dabei vor allem natürlich die Erschaffung im Anfang. Alle Dinge wurden von Gott in diesen sechs Tagen erschaffen und auch die Frau aus dem Manne. Auch wenn ich es hier nicht ausführen kann, wird hier klargestellt das auch Genesis 2 und 3 ein historischer Bericht sind, der ebenso wie Gen 1 von der Kirche immer als wahres Ereignis verkündet wurde. Aber hier sagt die Kirche nichts Konkretes von den sechs Tagen. Weil es zu den sechs Tagen eine eigene Frage und Antwort der Bibelkommission gibt:

„Frage 8: Kann bei jener Bezeichnung und Unterscheidung der sechs Tage, um die es im ersten Kapitel der Genesis geht, das Wort Yôm (Tag) sowohl im eigentlichen Sinne als natürlicher Tag als auch im uneigentlichen Sinne als bestimmter Zeitraum aufgefaßt werden, und ist es erlaubt, über diese Frage unter den Exegeten zu diskutieren? Antwort: Ja.“ (Bibelkommission 30.6.1909, DH 3519, Hervorhebung im Original)

Die katholische Kirche lehrt, dass es redlich ist an sechs 24-Stunden-Tage zu glauben. Aber ebenso, dass über die genaue Anzahl der Stunden (oder Zeiträume) diskutiert werden darf. Aber mit dem Wort Zeitraum ist m.E. kein Wechsel, oder eine Abfolge von mehreren Tagen gemeint. Im Latein ist das wörtlich im Text: „temporis spatio“. Übersetzt mit „zeitlicher Raum“. Wie das zu interpretieren ist bleibt offen, aber nach dem nun bisher gelesenen, kann es meiner Meinung nach nicht den Vorgang von Abend und Morgen, den die Genesis als Zeitspanne für einen Tag nennt, verändern, ohne dass es den Wortlaut der Heiligen Schrift wiedersprechen würde. Wie wir gesehen haben gibt es hier tatsächlich verschiedene Auffassungen der Väter im bezug auf den Zeitraum eines Tages. Obwohl die Mehrheit an die 24 Stundenvariante glaubt, darf auch ein andere Zeitraum diskutiert werden.


Ich verstehe diese kirchliche Antwort auf dem Grund der Väter hier so, dass es kirchlich keinen Zweifel gibt, dass in sechs Tagen die ganze Welt erschaffen wurde und kein anderer Zeitraum ein gültiger wäre, ohne dass der Wortlaut der Schrift verändert wird.


Weiter gebe ich zu bedenken, dass die Kirche lehrt, dass die Erschaffung des Menschen, sein Glück und siene Unsterblichkeit am Anfang eine historische Tatsache ist, die Genesis ausdrückt.


Dementsprechend muss jede naturwissenschaftliche Aussage, die ein Werden UND VERGEHEN als Grundsatz des Anfangs verfolgt falsch sein, wenn man auf katholischem Verständnis der Schrift steht. Wenn es kein Vergehen in den ersten sechs Tagen gegeben hat, keinen Tod und keine uns bekannten rein natürlichen Vorgänge, dann sind die ersten sechs Tage wahrhaft niemals aus unserer gefallenen Welt messbar, verstehbar oder erreichbar. Und das ist Glaubensgut der Kirche im ersten Artikel:


"Ich glaube an Gott den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde".

 

In weitere Folge der Jahrzehnte und des massiven Abfalls vom wahren Glauben der Erschaffung gab es vom Lehramt der Kirche eine öffentlich verbindliche Aussage anhand der Enzyklika Humanis Generis von Papst Pius XII. am 12. August 1950:

„Besonders zu beklagen ist eine gewisse zu freie Auslegung der historischen Bücher des Alten Testaments. ... In diesem Schreiben weise wir klar darauf hin, dass die ersten elf Kapitel der Genesis … im wahrsten Sinne des Wortes zur realen Geschichtsschreibung [lat. historia] gehören“ (Humani Generis, 38)

Nun wurden nicht mehr nur die ersten drei Kapitel in der Richtigkeit der Historizität verkündet, nun sind es schon die ersten elf! Wir sehen also wie das Lehramt mit zunehmen Jahren immer mehr als historische Ereignisse erklären musste, da die Irrlehren zu rasant zunahmen. Heute hat man wohl den Kampf aufgegeben noch etwas öffentlich zu verkünden, da nur sehr wenige auf das Lehramt der Kirche geachtet haben. Ich selbst habe auf der Universität in meiner Studienzeit Professoren erlebt, die ersthaft verkündeten, dass es nicht sicher sei, dass Jesus wirklich gelebt habe, da die Bibel kein Geschichtsbuch sein und daher auch nicht für Belege der Geschichte verwendet werden dürfe! Ich verstehe es so: wer nicht an die sechs göttlichen Tage glaubt, wird irgendwann nicht mehr an den Sündenfall, und auch nicht an das das Ereignis der Sintflut glauben und später irgendwann halt auch nicht mehr an Jesus. Das wäre für mich einleuchtend. Denn entweder stimmt die Bibel von Anfang an, oder wenn nicht, dann kann ich gar nichts ernst nehmen, weil ich nicht weiß was davon stimmt und was nicht. Ohne eine Garantie für die Wahrheit ist es sinnlos zu diskutieren, weil alles dann verschieden Meinungen sein können und welche soll die richtige sein? Das endet im Chaos, das wir heute real verwirklicht vorfinden.


Weil die überlieferte Glaubenswahrheit auf Jesus gründet, möchte ich mit Seinem Wort enden, das die Schrift - und auch Genesis - niemals aufhebt, sondern bestätigt:

„Habt ihr nicht gelesen, dass der Schöpfer sie am Anfang männlich und weiblich erschaffen hat?“ (Mt 19,4)

Die Wahrheit über den Anfang steht geschrieben, sagt der Sohn Gottes, die jeder nachlesen kann, den interessiert was Gott zu sagen hat. Es war eben Gott ein Anliegen uns die Wahrheit zu sagen, aber es liegt an uns wie wir damit umgehen. Gott hat ein für alle mal gesprochen, dass Er am Anfang alles in sechs Tagen erschaffen hat und dass der Mensch an diesem Anfang ebenso erschaffen und geformt wurde und nicht erst nach tausend Tagen, oder Milliarden von Jahren oder irgendeiner anderen Anzahlen von Tagen, die das Vergehen in den Anfang hineininterpretiert, der von Gott her nicht da war. Als Christen erwarten wir keine neue Meinung oder Theorie dazu. Schon gar nicht von Naturwissenschaftler, die nicht dabei waren und die zwar komplexe Theorien aufstellen, aber aufgezeigte Widersprüche nicht erst nehmen wollen.


Jeder Mensch hat die Freiheit, sich zu entscheiden was er Glauben will, aber Gott will, dass wir die Wahrheit - Sein Wort - aufnehmen und bejahen. Die Wahrheit wird in der Kirche immer nur eine bleiben, egal was ungläubige innerhalb der Kirche für Theorien verbreiten.


Jeder der in der Kirche getauft werden WILL, muss auf die Frage:


„Glaubst du an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde?“


antworten: „Ich glaube!“.


Alles andere ist der Taufe nicht würdig und kann vor Gott nicht bestehen. Und dieser Glaube schließt eine Schöpfung in sechs Tagen ein, egal welche Zeitspanne man diesen Tagen gibt.


Lehrt das auch der heutige Katechismus?


Ja!


Dort lesen wir:

„Gott selbst hat die sichtbare Welt mit all ihrem Reichtum, ihrer Vielfalst, ihrer Ordnung erschaffen. Die Schrift stellt das Schöpfungswerk sinnbildlich als eine Reihe von sechs göttlichen "Arbeitstagen" dar, die mit der "Ruhe" des siebten Tages abschließen.“ (KKK 337)

Dieser Artikel über die Glaubenslehre der Schöpfung lehrt uns zwei wesentliche Aspekte von Genesis 1:


  1. Göttliche Tage Es waren keine "natürlichen" Tage im Sinne von Abläufen der Natur, sondern Schöpfungswerk. Das bedeutet, dass diesen Tagen ein göttliches, allmächtiges Wirken innenwohnt, dass die Schöpfung nach dem sechsten Tag nie mehr erlebte. Da es keine Sonne, Mond und Sterne an drei Tagen gab und an fünf Tagen keinen Menschen, etc. kann hier in keiner Art und Weise von natürlichen - d.i. körperlich/materiellen - Tagen die Rede sein.

  2. Sinnbildlich Das versteht die Kirche nicht ausschließlich symbolisch, als ob den ersten sechs Tagen keine historischen Ereignisse zugrunde liegen würden. Die Kirche hat immer daran festgehalten, dass es historisch stattgefundene Schöpfungstage gegeben hat, die sich aber in ihrer Art von unseren natürlichen Tagen wesentlich durch das Wirken Gottes unterscheiden. Aus diesem Grund kann unser 24 Stunden Tag, an dem wir Menschen arbeiten ("schaffen") nur ein Sinnbild für jene Tage sein, an dem Gott gearbeitet ("geschaffen") hat. Es hab eben noch keine Natur, im Sinne der Beobachtung, die etwas davon bezeugen könnte, da sie erst geformt und erschaffen wurde. Aus diesem Grund kann es keine korrekten Messungen einer Naturwissenschaft geben, wenn doch die Natur in diesen Tagen gar noch nicht fertig gebildet war in ihren Gesetzen. Kleine Nebenbemerkung: Der Katechismus spricht hier in diesem Artikel, dass Gott die "sichtbare Welt" erschaffen hat, lässt aber die unsichtbare Welt (Engel, etc.) hier außer acht, weil sie vorher behandelt wurde. Dadurch können wir sehen, dass die Interpretation des Wortes "sinnbildlich" als reines Symboles dieses Artikels nicht zulässig wäre, sondern im Ganzen der Glaubenslehre der Kirche gelesen muss. Das bezieht das Verständnis der Väter und kirchlichen Dokumente der Jahrhunderte mit ein, in denen auch frühere Katechismen immer die sechs Tage als stattgefundene Ereignisse gelehrt haben und nicht rein symbolisch.


Zusammenfassung: Die Kirche hat sechs Tage immer als wahres Ereignis verstanden, wobei sich die Zeiträume in diesen Tagen der göttlichen Ereignisse von unserem Verständnis von 24 unterscheiden können, in denen eine natürliche Messung der Tage möglich ist. Aus diesem Grund kann unser gemessener Tag nur als Sinnbild dienen für Tage, an denen es keine Sonne, Mond und Sterne, keine Pflanzen oder Tiere gab, die eine Zeitmessung im natürlich, nachweisbaren Sinn möglich gemacht hätten.

Das ist Lehre bis heute. Einheitlich und verbindlich für jeden Katholiken. Ohne diese Glaubenssicht sündigt ein Katholik im ersten Gebot, an unseren Schöpfer zu glauben, wie Er es offenbarte.


Nur wer den Glauben der Kirche bekennt und mit einem richtigen Glaubensleben vor Gott feststeht, kann in der Tugend des wahren Glaubens im Leben alle Schwierigkeiten überwinden die die heutige Welt uns bietet. Wer sich an Meinungen hängt, die am Ende zerbrechen werden, wenn Jesus am letzten Tag allen offenbar erscheinen wird und die Wahrheit offensichtlich sein wird, werden dann schmerzlich erfahren, dass sie ihr Glaubensleben auf Sand gebaut haben.


4. Schlußbemerkung


Anhand dieser Fülle von Schriftstellen der Kirchenväter und der Bestätigung durch das unfehlbare Lehramt der Kirche ist hoffentlich klarer geworden, dass ein Konsens darüber besteht, dass Gott die Welt in sechs Tagen in ihrer Gesamtheit erschuf. Auch wenn nicht alle explizit den Zeitraum mit 24 Stunden erklären, so bleibt die Definition von „Tag“ als ein Wechsel von „Licht – Finsternis – Licht“ bei allen dieselbe. Der exakte Zeitraum eines Tages darf ein diskutables Thema sein, wie die Kirche lehrt, doch die Absolutheit von sechs realen Schöpfungstagen ohne das Vergehen, das erst mit der Erbsünde kam, bleibt eine unveränderliche Glaubenswahrheit. Demnach könnte hier sogar von einem Dogma der Katholischen Kirche gesprochen werden, weil sie immer, überall und von allen gelehrt wurde, selbst dann, wenn es nie feierlich verkündet wurde.


(*Für Informationen zum Autor dieses Artikels siehe das Impressum.)

 
 

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